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Fake-Anrufe bei Senioren und wie Sie Ihre Pflegekunden schützen

20.11.2017

Folgende aktuelle Zahlen sind ganz schön erschreckend: In Bayern kam es 2017 schon zu mehr als 1.500 gemeldeten Betrugsfällen an Senioren durch falsche Polizisten. Der bisherige Gesamtschaden liegt bei 2,8 Mio. € – und das in nur einem Bundesland! Nach dem sogenannten „Enkeltrick“ haben die Betrüger nun scheinbar eine neue Masche entdeckt, um Senioren um ihr Geld zu bringen: Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus und gelangen dadurch an das Ersparte.

Demenz: Pflege und Betreuung stationär

So läuft der Betrug ab

Das folgende Beispiel veröffentlichte die Münchner Polizei, um aufzuklären: Der vermeintliche Polizist rief bei einer älteren Dame an und sprach am Telefon von einem dringenden „Notfall“. Die Rentnerin war entsetzt: Ihre Adresse sollte auf einer Liste von Einbrechern stehen? Die 74-Jährige befolgte in Panik den Rat des angeblichen Beamten: Sie räumte ihr Bankschließfach aus und packte ihren Schmuck und das Gold in einen Schuhkarton. In Absprache mit dem Mann stellte sie den Karton vor ihrer Haustür ab und verbarrikadierte sich in ihrer Wohnung. Erst ihr Sohn erkannte den Betrug, aber da war es, wie Sie sich denken können, schon zu spät.

Das kann doch nicht wahr sein – oder doch?

Solch eine Masche, die sich für uns völlig irreal anhört, ist, wie die obigen Zahlen beweisen, für Senioren schwer zu durchschauen. Verlangsamte Denkprozesse im Alter in Kombination mit einer starken Respekthaltung gegenüber Amtspersonen führt dazu, dass Kriminelle oftmals leichtes Spiel haben. Mit allen Wassern gewaschen, besorgen sie sich Telefonnummern über das Internet und filtern hier gezielt altdeutsche Namen wie „Margarethe“ oder „Irmgard“ heraus. Sobald diese dann Vertrauen gefasst haben, kommt es zu Übergabe des Geldes.

Schützen Sie Ihre Pflegekunden

Gerade im ambulanten Bereich sollten Sie sich Zeit für die Beratung Ihrer Pflegekunden nehmen. Sie als Pflegekraft sind nahe an Ihren Senioren und durch den täglichen Besuch eine enge Bezugsperson. Die Übersicht haben wir für Sie anhand der veröffentlichen Verhaltenstipps der Polizei zusammengestellt. Sie können die einzelnen Punkte in einem 1. Schritt zusammen mit Ihren Pflegekunden besprechen.

Übersicht: Tipps bei Anrufen angeblicher Polizisten

  1. Achten Sie bei dem Gespräch auf die Nummer, die auf dem Telefon angezeigt wird. Notieren Sie diese.
  2. Seien Sie misstrauisch gegenüber dem Anrufer.
  3. Sollten Sie von der Richtigkeit des Anrufs überzeugt sein, fragen Sie nach der genauen Amtsbezeichnung, dem Namen und der Dienststelle des Anrufers. Echte Polizei- oder Kriminalbeamte kommen dieser Bitte gern nach.
  4. Kündigen Sie einen Rückruf an.
  5. Suchen Sie sich dazu die Telefonnummer der vom Anrufer angegebenen Polizeidienststelle selbst heraus.
  6. Lassen Sie sich über die Vermittlung der Polizei mit dem mutmaßlichen Anrufer verbinden.
  7. Sollten Sie trotz des sicheren Auftretens des Anrufers Zweifel an der Identität seiner Person haben, beenden Sie das Gespräch.
  8. Verständigen Sie danach umgehend Ihre zuständige Polizeidienststelle oder den Polizeinotruf 110.
    (Quelle: Polizeipräsidium Mittelfranken)

Tipp: Vielen bereitet der 8. Punkt, die „richtige“ Polizei zu verständigen, doch Unbehagen. Weisen Sie Ihre Pflegekunden darauf hin, dass sie, falls ihnen bei einem Anruf etwas seltsam vorkommt, gern auch auf Sie zukommen können. 4 Ohren hören mehr als 2 und 4 Augen sehen zusammen auch mehr.

Fazit

Ganz gleich ob „Enkeltrick“, kuriose Gewinnversprechen am Telefon oder die früher so beliebte Abzocke bei Kaffeefahrten: Senioren sind oftmals gutgläubig und aufgrund ihrer Altersgebrechen leichte Beute für Betrüger. Seien Sie wachsam und schützen Sie Ihre Pflegekunden, so gut es Ihnen möglich ist.

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