Verlag & Akademie

Pflegekunde äußert sich nicht - So erkennen Sie Schmerzen

28.08.2017

Sigrid K. aus Schwelm fragt: Eine meiner Pflegekundinnen hat ein offenes Bein aufgrund von Durchblutungsstörungen. Zusätzlich hat sie einen alten Bruch in der Schulter. Leider spricht sie nicht mehr und kann verbal keine Schmerzen äußern. Zu unserer Verwunderung haben meine Kollegen und ich bisher keine Anzeichen von Schmerzen erkannt. Weder die Mimik, die Körperhaltung noch entsprechende Lautäußerungen lassen hie­rauf schließen. Nun sprach mich die Tochter der Pflegekundin an. Sie ist der Meinung, dass ihre Mutter starke Schmerzen hat. Ihre Mutter habe sich immer sehr zusammengerissen und immer versucht, Schmerzen zu überspielen. Sie würde dies an ihrem Blick erkennen. Tatsächlich wirkt die Pflegekundin entspannter, seit sie Schmerzmedikamente erhält. Dies hat mich sehr nachdenklich gemacht. Wie kann ich erkennen, dass Pflegekunden Schmerzen haben, wenn diese sich nicht äußern?

 

 

Antwort: Grundsätzlich zeigt Ihre Schilderung, dass Sie sich mit der Schmerzsituation Ihrer Pflegekundin intensiv auseinandergesetzt haben. Und das ist genau richtig. Die Informationen der Tochter waren für Sie neu und Sie haben hierauf sofort reagiert. Entsprechend haben Sie nichts versäumt. Grundsätzlich empfehle ich Ihnen folgendes strukturierte Vorgehen in 5 Schritten bei Pflegekunden, die sich zu ihrer Schmerzsituation nicht äußern können:

1. Werten Sie die Diagnosen und die Medikation aus:

Gibt es Erkrankungen, die häufig mit Schmerzen verbunden sind? Falls ja, liegt die Vermutung nahe, dass Ihr Pflegekunde Schmerzen haben könnte.

Beachten Sie auch die Medikation: Falls Ihr Pflegekunde dauerhaft oder bei Bedarf Schmerzmedikamente erhält, ist dies ein Zeichen dafür, dass er schon einmal wegen Schmerzen ärztlich behandelt wurde.

2. Beobachten Sie Ihren Pflegekunden im Schlaf:

Dies ist der maximal entspannte Zustand. Vergleichen Sie hierzu die Mimik und Körperspannung im wachen Zustand. Natürlich ist Ihr Pflegekunde im wachen Zustand nicht gleichermaßen entspannt wie im Schlaf. Sie haben dennoch einen Vergleich, der Ihnen bei der Beurteilung hilft.

3. Achten Sie auf die Atmung und die Gesichtsfarbe:

Eine schnelle Atmung, Schwitzen oder ein gerötetes Gesicht können auf Schmerzen hindeuten.

4. Führen Sie grundsätzlich ein geeignetes Schmerzassessment durch:

Dies verhilft Ihnen zu einer objektiven Bewertung. Sie können es zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen und bemerken Veränderungen schneller als durch reine Beobachtung. Beispiele sind etwa:

  • Beobachtungsinstrument für das Schmerzassessment bei alten Menschen mit Demenz (BISAD)
  • Beurteilung von Schmerzen bei Demenz (BESD)
zzZurich Observation Pain Assessment (ZOPA)

5. Befragen Sie die Angehörigen:

  • Hatte er früher häufig Schmerzen?
  • Was hat ihm geholfen?
  • Wie hat er Schmerzen geäußert?
  • Woran haben sie erkannt, dass die Person Schmerzen hatte?

Dokumentieren Sie die Informationen zu diesen Kriterien. Auf diese Weise erstellen Sie eine umfassende Schmerzanamnese.

Demenzfachkraft

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