Verlag & Akademie

Schwindeltraining für Pflegepatienten

02.09.2016

Schwindel und Unsicherheit – die Gefahr zu stürzen, ist groß: Wenn Ihr Pflegekunde unter Gleichgewichtsstörungen leidet, können die Ursachen vielfältig sein. Ein Grund für Bewegungsunsicherheit ist die mangelnde Bewegung und Übung in Bezug auf das Gleichgewichtssystem. Was uns möglicherweise nicht so bewusst ist: Auch Gleichgewicht kann und soll man trainieren. Dies gilt umso mehr, wenn Ihr Pflegekunde sich wenig bewegt. Zu einem guten Gleichgewichtssinn gehören mehrere Faktoren.

 

 

Die Sinnesorgane bilden eine Einheit
3 Systeme spielen optimal zusammen, um uns im Gleichgewicht zu halten:

  1. das Gleichgewichtsorgan im Innenohr (erfasst und verarbeitet Drehbewegungen des Kopfes und des Körpers)
  2. die Augen (zuständig für die optischen Informationen unserer Umgebung)
  3. die Tiefenwahrnehmung (Muskeln und Gelenke zeigen die Position des Körpers an)

Die Informationen werden im Gehirn verarbeitet. Wenn nun ein System oder die Verarbeitung im Gehirn nicht funktioniert, kommt es zu Schwindel.

 

Im Alter lassen die Körperfunktionen nach

Wenn Altersschwindel auftritt, liegt die Ursache meist darin, dass die Sinnesorgane nicht mehr so gut funktionieren. Die sensorische Leistung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr lässt nach. Das Innenohr wird schlechter durchblutet. Dies wiederum bedingt eine langsamere Nervenübertragung und Reizverarbeitung im Gehirn.

 

Rückbildungen sind mit verantwortlich

Da das räumliche Sehen altersbedingt eingeschränkt sein kann, werden Schwindelsymptome verstärkt. Nun nimmt mit zunehmendem Alter auch noch die Muskelmasse ab, ebenso die Muskelkraft. Die Koordination und die Tiefen- und Oberflächenwahrnehmung sind gestört. Alle Faktoren zusammen leisten den Schwindelanfällen Vorschub. Schwindel kann sich in verschiedenen Ausprägungen zeigen.

 

Trainieren Sie mit Ihrem Pflegekunden

Die gute Nachricht ist, dass Ihr Pflegekunde seine Sinnesorgane trainieren kann. Die Erfahrungen sind vielversprechend: Die Schwindelattacken können sich reduzieren und Ihr Pflegekunde wird wieder sicherer. Folgend finden Sie Übungen, die Ihr Pflegekunde unter Ihrer Anleitung durchführen kann.

 

Tipp: Haben Sie schon Gleichgewichtsübungen dieser Art durchgeführt? Wie wäre es, wenn Sie dies in die Pflegeplanung/den Maßnahmenplan Ihres Pflegekunden übernehmen würden? Beziehen Sie die Angehörigen mit ein, um den Trainingseffekt zu erhöhen. Diese Übungen fördern seine Beweglichkeit generell. Machen Sie dazu Einträge ins Berichteblatt und lesen Sie diese nach einer gewissen Zeit nach. Sie werden feststellen: Es hat sich etwas zum Positiven bewegt.

 

Anleitung: Übungen zum Training des Gleichgewichts

Lassen Sie Ihren Pflegekunden auf einem Stuhl Platz nehmen.

 

Übungen für die Augen:

  • Leiten Sie Ihren Pflegekunden an, abwechselnd von oben nach unten zu schauen.
  • Achten Sie darauf, dass sich nur die Augen bewegen und nicht der Kopf.
  • Lassen Sie Ihren Pflegekunden dieselbe Übung machen, nur soll er die Augen nun von rechts nach links bewegen.
  • Erklären Sie Ihrem Pflegekunden, dass er mit den Augen (Kopf nicht bewegen) dem Stift folgen soll, den Sie ihm in Augenhöhe vor das Gesicht halten.
  • Bewegen Sie den Stift erst von oben nach unten, dann von links nach rechts und umgekehrt.
  • Beginnen Sie sehr langsam. Werden Sie dann zunehmend schneller.
  • Achten Sie dabei auf die Befindlichkeit Ihres Pflegekunden–Sie möchten ja keine Schwindelattacke provozieren.
  • Die Übung lässt sich von Tag zu Tag etwas steigern.
  • Benutzen Sie eine Stiftfarbe, die Ihr Pflegekunde gut sehen kann (z. B. leuchtendes Rot).

 

Übungen für den Kopf:

  • Leiten Sie Ihren Pflegekunden wie folgt an:
 Kopf auf die Brust legen, Kopf in den Nacken legen, dann seitlich abwechselnd rechts und links auf die Schulter legen;
  • Ihr Pflegekunde soll dann seinen Kopf nach rechts und links drehen und dabei über die Schulter schauen.
  • Erklären Sie ihm, dass er zuerst sehr langsam beginnen soll und danach in eigenem Ermessen in der Bewegung schneller werden soll.

 

Übungen für den Körper:

  • Natürlich kommt es darauf an, was für Ihren Pflegekunden körperlich noch möglich ist.
  • Ihr Pflegekunde sitzt auf einem Stuhl.
  • Bitten Sie ihn, einen Gegenstand aufzuheben, indem er sich nach vorn beugt.
  • Sagen Sie ihm nun, er soll den Gegenstand wieder hinlegen und nach oben kommen.
  • Ihr Pflegekunde soll die Übung mehrmals wiederholen.
  • Ihr Pflegekunde soll seinen Kopf, die Schultern und den Oberkörper in eine Richtung und dann wieder zurückdrehen.
Diese Übung soll er zuerst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen durchführen.

 

Alle Übungen können, wenn möglich, zu einem späteren Zeitpunkt im Stehen gemacht werden.

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