Der MDK kann nicht einfach eine Pflegestufe zurücknehmen

Der MDK kann nicht einfach eine Pflegestufe zurücknehmen
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Eine Pflegestufe gilt nicht automatisch für immer

Nicht selten erfahren Sie von Ihren Pflegekunden, die gerade noch in Pflegestufe II waren, dass diese nach einem Besuch des MDK-Gutachters plötzlich nur noch in Pflegestufe I eingestuft sind.

Ihnen geht dadurch Umsatz verloren, und der Pflegekunde bekommt nicht mehr die Leistungen, die er eigentlich benötigt. Dagegen kann sich Ihr Kunde aber erfolgreich wehren!

Die Anerkennung einer Pflegestufe stellt einen so genannten Verwaltungsakt nach § 31 SGB X dar. Mehr noch, die Zuerkennung einer Pflegestufe stellt für Ihren Pflegekunden einen „begünstigenden Verwaltungsakt“ dar. Schließlich hat Ihr Kunde ja Vorteile durch die Anerkennung seiner Pflegebedürftigkeit – er hat Anrecht auf Geld- oder Sachleistungen.

In § 48 SGB X sind die Bestimmungen genannt, die die Rücknahme eines Verwaltungsaktes erlauben. Daraus ist zu entnehmen, dass der MDK sehr gründlich argumentieren muss, warum der jeweilige Hilfebedarf nicht mehr für die bisherige Pflegestufe ausreicht. Der MDK muss deutlich argumentieren, wie es zu der deutlichen Verbesserung bei Ihrem Pflegekunden kommt.

Hilft eine gute Pflegedokumentation bei der Argumentation?

Eine gute Pflegedokumentation spielt eine entscheidende Rolle als Beweismittel: Wenn aus der Pflegedokumentation eindeutig hervorgeht, dass sich der Pflegezustand des Kunden nicht verbessert hat, dürfte dem Gutachter schon die Grundlage für seine Beweisführung fehlen. Und bei der Rücknahme der bisherigen Pflegestufe sind allein die Pflegekasse und der MDK beweispflichtig – nicht Ihr Pflegekunde.

Einspruch kann sich lohnen

Wenn der MDK also die Rücknahme der Pflegestufe nicht schlüssig begründen kann und die Umstände den Pflegegrad erfordern, legen Sie im Namen Ihres Pflegekunden auf jeden Fall Einspruch ein.