Tipps für die Wahl der richtigen Pflegeversicherung

Tipps für die Wahl der richtigen Pflegeversicherung
© Dominik Lange - unsplash.com
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Ein Leben lang zahlen wir im Rahmen unseres Angestelltenverhältnisses in die gesetzliche Pflegeversicherung ein. Wenn wir sie jedoch benötigen, reicht sie in vielen Fällen nicht aus, da nur ein Teil der Kosten abgedeckt wird und wir den Rest aus eigener Tasche zuzahlen müssen. Diese mitunter gravierenden Versorgungslücken lassen sich mit privaten Zusatzpolicen schließen. Doch die Beiträge sind je nach Anbieter und Leistungsumfang hoch. Deshalb sollten sich Betroffene und Angehörige im Vorfeld über die Möglichkeiten informieren, bevor der Ernstfall eintrifft. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Wahl der richtigen Pflegeversicherung an dieser Stelle zusammengefasst.

Die gesetzliche Pflegeversicherung – eine kurze Geschichte

Seit mehr als 25 Jahren ist die Pflegeversicherung nun mehr ein eigenständiger Zweig der Sozialversicherung. Sie ist ein Muss sowohl für gesetzlich als auch für privat Krankenversicherte. Während jedoch bei einer gesetzlichen Krankenversicherung die Pflegeversicherung bereits inkludiert ist, müssen Privatversicherte zusätzlich eine private Pflegeversicherung abschließen.

Vor allem in Industrienationen werden die Gesellschaften immer älter. Das bedeutet, dass der Bedarf an Pflege in Zukunft immer größer. Allerdings richtet sich die Pflegeversicherung nicht nur an ältere Menschen, sondern auch an die, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit pflegebedürftig werden.

Leider übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten, manche Leistungen sind nicht abgedeckt. Die Höhe der Unterstützung ist abhängig vom jeweiligen Pflegegrad. Der Rest muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Ist das nicht möglich kann unter Umständen das Sozialamt aushelfen mit der Hilfe für die Pflege. Besser ist es jedoch, privat vorzusorgen.

Keine Voraussagen über finanziellen Bedarf möglich

Grundsätzlich ist es eher schwierig Aussagen über den späteren Pflegebedarf und die damit verbundenen Kosten zu treffen, denn nicht jeder Mensch wird einmal gleich viel Pflege benötigen. Während die einen im Alter noch sehr gut selbstständig zurechtkommen, werden wieder andere schon früh sehr stark pflegebedürftig.

Grob lassen sich die Kosten für verschiedene Fälle jedoch schätzen. Unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad beträgt der Eigenanteil, der durch die Versorgungslücke entsteht, bei rund 1.500 Euro bei einer vollstationären Unterbringung der Person in einem Pflegeheim. Für eine professionelle Pflege zu Hause liegen die Kosten je nach Pflegegrad zwischen 125 und 2200 Euro.

Grundsätzlich gibt es bei beiden Varianten gewisse Abstufungen und möglicherweise regionale Unterschiede. Hier gilt es einfach zu vergleichen.

Wer sollte eine zusätzliche Pflegeversicherung abschließen?

Zu pflegende Personen und Angehörige sollten sich mit Thema beschäftigen bevor der Ernstfall überhaupt eingetreten ist. Das ist unter Umständen schwierig, da nicht immer ersichtlich ist, ob Personen überhaupt einmal pflegebedürftig werden können.

Dennoch ist eine gute private Vorsorge wichtig gerade um die Angehörigen zu entlasten. An wen sich private Pflegeversicherungen letzten Endes richten, hängt von mehreren Faktoren ab.

Wird ein Pflegeheim oder eine private Betreuung zu Hause angestrebt? Wie sieht die finanzielle Situation der betroffenen Person im Alter aus? Wie viel Unterstützung kommt durch die Angehörigen zustande? Diese Fragen gilt es zu klären, um geeignete Angebote zu finden.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Absicherung

Insgesamt gibt es drei verschiedene Optionen, wie sich Personen privat gegen Pflegekosten absichern können.

  1. Pflegetagegeld: Hierbei handelt es sich wohl um die beliebteste private Vorsorgemaßnahme. Versicherte erhalten ein bestimmtes Tagegeld, falls sie pflegebedürftig werden. Die Höhe des Tagessatzes ist vom Pflegegrad abhängig. Die monatlich entstehenden Kosten liegen zwischen 60 und 130 Euro je nach Tarif. In diesem Zusammenhang gibt es auch noch staatlich geförderte Modelle, die allerdings am Ende schlechtere Bedingungen bieten.
  2. Pflegekostenversicherung: Bei diesen Versicherungen werden nur tatsächlich entstandene und nachgewiesene Pflegekosten übernommen. Diese Pflegeleistungen müssen von der gesetzlichen Kasse übernommen worden sein, die private Versicherung übernimmt dann den noch ausstehenden Eigenanteil.
  3. Pflegerentenversicherung: Eine vorher vereinbarte Pflegerente wird bei dieser Versicherung im Falle einer Pflegebedürftigkeit gezahlt. Nicht nur die Rente, sondern auch der monatliche Beitrag sowie der spätere Leistungsumfang sind im Vorfeld festgelegt. Diese Art der Versicherung ist zwar deutlich teurer als die beiden anderen, allerdings bietet sie den Vorteil, dass Beitragszahlungen ausgesetzt werden können und sämtliche Einzahlungen nicht verloren gehen bei einer Kündigung.

Ein Preisvergleich lohnt sich fast immer

Je nach Versicherungsprodukt können die Preisunterschiede der einzelnen Policen teils sehr groß ausfallen. Deshalb lohnt sich ein Preisvergleich, bei dem die vorher genannten Faktoren miteinbezogen werden sollten. Das Alter des Abschlusses spielt ebenfalls eine große Rolle. Jüngere Menschen zahlen meist niedrigere Beiträge, allerdings können die mit zunehmendem Alter steigen.

Vorgehen bei der Wahl

Wer sich dazu entschließt eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, sollte sich zunächst darüber im Klaren sein, für was sie überhaupt gebraucht wird. Wie hoch könnten die Kosten für die spätere Wunschbehandlung ausfallen? Das ist wiederum abhängig von der Frage, ob die Pflege im Heim oder Zuhause stattfindet.

Gerade jüngere Leute können von den günstigen monatlichen Beiträgen profitieren, allerdings lohnt ich der Abschluss einer privaten Versicherung erst ab einem gewissen Alter. Menschen unter 50 Jahren sollten noch vorsichtig damit sein. Es kann nämlich noch zu viel im Leben passieren, wie etwa ein Wohnorts- oder Jobwechsel, eine Heirat, Kinder oder Scheidung. Vor dem Abschluss lohnt sich ein Preisvergleich zwischen den verschiedenen Anbietern. Zudem sollten die verschiedenen Versicherungsmodelle miteinander verglichen werden, um das bestmögliche Angebot zu finden.