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Mit diesen 7 Tipps gelingt Ihr konsequentes Wundmanagement

02.01.2019

Bei der Behandlung von Wunden ist Ihre gesamte Disziplin gefragt, denn sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich steht Ihnen hierzu häufig nur wenig Zeit zur Verfügung. Ein weiteres Problem für viele Pflegekräfte sind die konsequente Fortführung der Wundbehandlung sowie die stetige Anpassung an Veränderungen. Die folgenden 7 Tipps helfen Ihnen bei der Umsetzung.

1. Tipp: Beschreiben Sie die Wunde direkt, wenn Sie sie entdecken

Für Sie als Pflegefachkraft ist es selbstverständlich, eine Hautverletzung bei Ihrem Pflegekunden sofort abzudecken. Doch viele Kollegen vergessen anschließend, das Aussehen der Wunde genau zu dokumentieren.

So hat beispielsweise meine Kollegin Emma vor Kurzem eine Wunde am Fuß einer Diabetikerin entdeckt und diese schnell mit einer Kompresse verbunden. Danach wurde ihr Dienst sehr hektisch und am Ende ihrer Schicht konnte sie sich nicht mehr erinnern, wie die Wunde genau aussah.

Sie nahm sich vor, am kommenden Tag alles genau zu dokumentieren. Doch am nächsten Morgen musste sie die Tour einer Kollegin übernehmen, sodass sie die Wunddokumentation vollkommen vergaß. Die Wunde wurde erst von einer Kollegin beim Duschen entdeckt. Sie eiterte stark und hatte sich um das 4-Fache vergrößert.

Lassen Sie es nicht so weit kommen und dokumentieren Sie jede Wunde sofort nach der Entdeckung. Falls dies aus Zeitgründen nicht möglich ist, machen Sie sich unbedingt Notizen. Mit diesen haben Sie ausreichend Anhaltspunkte für eine spätere Wundbeschreibung.

2. Tipp: Berücksichtigen Sie alle wichtigen Kriterien zur Einschätzung

In der folgenden Übersicht, die wir Ihnen im Gratis-Download zusammengefasst haben, finden Sie Kriterien, die für die Wundeinschätzung relevant sind. Am besten bearbeiten Sie diese Punkt für Punkt.

3. Tipp: Fotografieren Sie die Wunde

Ein Foto kann für die Beschreibung der Wunde hilfreich sein, außerdem können Sie hierdurch den Heilungsverlauf besser erkennen. Es gibt aber keine Vorschrift, die besagt, dass Sie die Wunde fotografieren müssen.

Voraussetzung ist, dass Sie das Fotografieren von Wunden beherrschen. Zudem sollte die entsprechende Technik leicht zugänglich und einfach zu bedienen sein. Besprechen Sie in Ihrer Einrichtung oder Ihrem Pflegedienst, ob und wie häufig Sie ein Foto erstellen wollen.

Achtung Datenschutz: Nutzen Sie hierzu ausschließlich Kameras, die von Ihrem Pflegedienst erlaubt sind, und holen Sie sich das Einverständnis Ihres Pflegekunden. Nutzen Sie keinesfalls Ihr eigenes Handy, um „schnell mal“ zu fotografieren. Dies wäre ein grober Verstoß gegen die geltenden Datenschutzregelungen.

4. Tipp: Führen Sie die Erstversorgung mit wirkstofffreiem Material durch

In meiner Anfangszeit als Fachkraft habe ich jegliches Verbandsmaterial gesammelt, sei es aus Restbeständen verstorbener Pflegekunden oder nach Abheilen von Wunden. So war unser Team immer bestens ausgestattet. Ich erlebe es immer wieder, dass viele Fachkräfte auch heute noch so handeln.

Dies führt dazu, dass bei neu auftretenden Wunden Materialien verwendet werden, die nicht ärztlich angeordnet sind. Besprechen Sie daher besser mit Ihrer PDL, dass Sie Notfallsets für die Erstversorgung von Wunden anschaffen.

5. Tipp: Informieren Sie den Arzt

Sobald Sie eine Wunde entdecken, müssen Sie dies unverzüglich dem Arzt melden. Übermitteln Sie hierzu Ihre Wundbeschreibung (siehe 2. Tipp). Achten Sie darauf, dass eine zeitnahe Rückmeldung erfolgt; falls nicht, haken Sie unbedingt nach, bis Sie eine aussagekräftige Anordnung erhalten haben. Dokumentieren Sie jede Ihrer Nachfragen. Nur so können Sie nachweisen, dass Sie alles Notwendige unternommen haben.

Informieren Sie den Arzt bei Veränderungen der Wunde. Wenn ihr Zustand sich verschlechtert, ist vermutlich eine Änderung der Wundversorgung erforderlich. Bei gutem Wundverlauf reicht eine Information alle 4 Wochen. Sofern die Wunde stagniert, sollten Sie ebenfalls Rücksprache mit dem Arzt halten. Denken Sie auch daran, die Wundversorgung absetzen zu lassen, wenn die Wunde abgeheilt ist.

6. Tipp: Dokumentieren sie die Anordnung und die Durchführung der Wundbehandlung

Denken Sie daran, jede Veränderung in der ärztlichen Anordnung zu dokumentieren. Je nach Dokumentationssystem (EDV/Papier) müssen Sie hierzu Eintragungen auf verschiedenen Formularen vornehmen.

Achten Sie darauf, Veränderungen der Wunde sofort zu dokumentieren. Eine komplette Aufnahme der Wunde (Wundassessment) soll laut Expertenstandard spätestens alle 4 Wochen erfolgen. Die meisten Pflegedienste legen aber zur Sicherheit kürzere Intervalle von ca. 1–2 Wochen fest. Fragen Sie Ihre PDL hiernach.

Bei chronischen bzw. langfristigen Wunden rät der Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ zur Zusammenarbeit mit einem Wundexperten. Erkundigen Sie sich hierzu bei der PDL nach bestehenden Kooperationen.

7. Tipp: Kooperieren Sie mit Ihrem Pflegekunden

Damit eine Wunde heilen kann, ist es wichtig, dass Ihr Pflegekunde im Rahmen seiner Möglichkeiten mitwirkt. Dazu muss er ausreichend informiert sein. Besprechen Sie genau, wie die Wunde entstanden ist und wie sie behandelt werden soll.

Bedenken Sie aber auch, dass Ihr Pflegekunde neben der Wundheilung noch andere Bedürfnisse in seinem Leben hat. Entsprechend ist es wichtig, dass Sie einen Kompromiss mit ihm erarbeiten, beispielsweise im Hinblick auf die unterstützenden Maßnahmen oder die Wundversorgung.

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