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Die 7 Top-Tipps für Ihre MDK-Prüfung

29.03.2017

Brauchen Sie nicht? Wahrscheinlich. Sie haben inzwischen so oft unangekündigte MDK-Prüfungen erlebt und die Noten sind sowieso gut. Eine Zeitlang habe ich das auch geglaubt. Dann habe ich aber festgestellt, dass sich die Dinge, die in der Prüfung schieflaufen können, sich verändert haben. Es ist zwar eine gewisse Routine da, aber dennoch gibt es immer wieder an bestimmten Stellen Ärger. Beispielsweise, wenn Mitarbeiter und MDK-Prüfer aneinandergeraten. Es lohnt sich also, mit den Mitarbeitern noch einmal die folgenden Tipps zu besprechen:

Die 7 Top-Tipps für Ihre MDK-Prüfung

  • Weisen Sie den PDCA-Zyklus nach:
    Seien Sie vor allem vorbereitet auf die Frage, was Sie mit den Ergebnissen der letzten MDK-Prüfung gemacht haben. Hilfreich sind hier Auswertungen von Pflegevisiten, Maßnahmenpläne, Schulungsnachweise z. B. zu Expertentstandards. Die Stimmung ist gleich besser, wenn die Prüfer sehen, dass Sie die Prüfung trotz guter Noten ernst nehmen. Und nebenbei demonstrieren Sie, dass bei Ihnen „PDCAZyklus“ keine Worthülse ist.
  • Seien Sie gleichbleibend freundlich und professionell: Dieser Tipp ist nicht neu. Dennoch wundere ich mich immer wieder, wie viele Kollegen in der Prüfung von vornherein auf Konfrontation gehen. Sie haben doch nichts zu verbergen.
  • Schaffen Sie den berühmten MDK-Ordner ab: Qualifikationsnachweise, Listen aller Art und Besprechungsprotokolle – alles, was Sie doppelt kopieren, lochen und abheften, ist fehleranfällig. In einem gut funktionierenden QM finden Sie im Rahmen einer Prüfung benötigte Unterlagen schnell an dem für sie vorgesehenen Ort auf.
  • Nehmen Sie die Angst Ihrer Mitarbeiter vor der MDK-Prüfung ernst: Häufig werden in der Prüfung nur die Mitarbeiter präsentiert, die einer solchen Situation gewachsen sind. Nicht immer sind diese aber auch vor Ort, wenn der MDK unangekündigt kommt. Manchmal müssen eben diejenigen Mitarbeiter als Ansprechpartner dienen, die gerade da sind. Sie können die Mitarbeiter im Rahmen von Teamsitzungen vorbereiten. Wichtige Fragen hierbei sind:

a) Wovor haben die Mitarbeiter die meiste Angst?
b) Welche Fragen fürchten sie?
c) Wie können Sie sie unterstützen?
d) Wissen sie, wie die MDK-Prüfung abläuft, oder brauchen sie hier Informationen?

Je nachdem, was Ihre Mitarbeiter auf diese Fragen antworten, können Sie sie mit Schulungen und Informationen gezielt unterstützen. Mehr Informationen zum Schwerpunktthema "Vorbereitung auf die MDK-Prüfung“ finden Sie in "Qualität in der Pflege".

  • Werten Sie Pflegevisiten gezielt aus: So finden Sie Ansatzpunkte für kleine Schulungseinheiten, die die Fachlichkeit Ihrer Mitarbeiter fördern. Wenn Sie den Weg der Entbürokratisierung mitgehen, kommt der Fähigkeit Ihrer Mitarbeiter, dem MDK gegenüber Maßnahmen zu begründen, eine noch höhere Bedeutung zu. Themen, die sich bereits jetzt im Rahmen von MDKPrüfungen herauskristallisiert haben, sind:
  • Üben Sie mit den Mitarbeitern die Situationen ein: Sie können die Mitarbeiter in Gesprächsführung und im Umgang mit dem MDK schulen. Rollenspiele sind hier eine Möglichkeit. Viel natürlicher ist es aber, wenn Sie im Rahmen von Pflegevisiten fachliche Fragen an die Mitarbeiter richten, z. B. zur Umsetzung von Expertenstandards. Oder Sie nutzen die Teambesprechungen dazu. So werden die Mitarbeiter sicherer, wenn es darum geht, ihre fachliche Einschätzung zu begründen.
    • die initiale Einschätzung von Risiken und ihre Begründung
    • die Pflegeberichterstattung und insbesondere die Dokumentation von Abweichungen von geplanten Maßnahmen inklusive der Begründungen
    • die Dokumentation der zusätzlichen Betreuungsleistungen im stationären Bereich, und zwar insbesondere vor dem Hintergrund, dass die juristische Expertengruppe im Rahmen der Entbürokratisierung kürzlich klargestellt hat, dass es keiner Einzelleistungsnachweise mehr bedarf; d. h., es ist umso wichtiger, dass aus dem Tagesstrukturplan hervorgeht, welche Leistungen der Pflegekunde erhält
  • Der letzte und vielleicht wichtigste Tipp: Wenn Sie entbürokratisieren, kann es in der Umstellungsphase zu einer schlechteren Note kommen, weil die neuen Prozesse sich noch nicht so eingespielt haben. Na und? Stehen Sie hinter den Mitarbeitern und signalisieren Sie, dass niemandem der Kopf abgerissen wird, wenn es mal vorübergehend etwas holpriger läuft.

 

Top-Tipps für die MDK-Prüfung

Die Pflegenoten gehen, der MDK bleibt
Die Pflegenoten sollen ja nun laut PSG II bald Geschichte sein. Der MDK wird aber bleiben, auch wenn die genauen Umstände für die künftigen MDK-Prüfungen noch nicht geklärt sind. Fakt ist aber: Sie werden weiterhin einen professionellen Umgang mit den Prüfern pflegen und MDK-Prüfungen begleiten müssen.

Gehen Sie das daher weiterhin konstruktiv an.

 

 

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Chefredakteurin:
Sandra Herrgesell

Palliativbeauftragter

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