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Diabetes & Demenz: Haben Sie stets ein Auge auf die Füße

07.08.2020

Schmerz kann auch seine positiven Seiten haben: Drückt ein Schuh auf den kleinen Zeh, macht sich das nach kurzer Zeit unangenehm bemerkbar. Also kommt der Schuh weg vom Fuß und ein Pflaster auf den Zeh. Normalerweise. Aber was ist, wenn der Schmerz ausbleibt, weil man den Druck gar nicht spürt, entweder wegen eines verminderten Schmerzempfindens in den Füßen, einer Folge des Diabetes („diabetischer Fuß“), oder weil man den Zusammenhang zwischen einer Schmerzempfindung und dem eigenen Körper nicht mehr herstellen kann?

Forscher des Ninewells Hospital in Dundee, Schottland, haben festgestellt, dass 2 von 3 Diabetikern zu kleine Schuhe tragen, was für Menschen mit diabetesbedingten Nervenschäden an den Füßen ein ernsthaftes Problem darstellen kann. Daher erhalten Sie hier einige Hinweise, worauf Sie achten sollten, wenn einer Ihrer Pflegekunden mit Demenz zusätzlich unter Diabetes leidet.

Inspektion der Füße

Um ernste Fußschäden zu vermeiden, sollten Sie den Füßen Ihrer demenzerkrankten Pflegekunden mit Diabetes besondere Aufmerksamkeit schenken. Inspizieren Sie die Füße inklusive der Zehen, Zehenzwischenräume und Fußsohlen betroffener Pflegekunden daher täglich auf Druckstellen, Rötungen, Risse und Wunden.

  • Die Pflege der Füße: Die Füße sollten täglich mit lauwarmem Wasser gewaschen und anschließend mit einer fetthaltigen Creme behandelt werden.
  • Nagelpflege: Nägel sollten nur gerade geschnitten werden, damit sie nicht einwachsen können. Die Nagelpflege sollten Sie als Pflege- und Betreuungskraft allerdings nicht durchführen. Hier sollte ein Podologe beauftragt werden.
  • Verletzungen: Sobald Sie eine Verletzung an den Füßen feststellen, sollten Sie umgehend nachweislich den Arzt informieren.

Die Socken und Strümpfe:

  • sollten täglich gewechselt werden,
  • sollten möglichst einen hohen Baumwollanteil haben,
  • dürfen über keine auftragenden Nähte verfügen,
  • im Schuh keine Falten werfen und keine einschnürenden Bündchen haben.

Anziehen der Schuhe

Bevor Sie Ihrem Pflegekunden die Schuhe anziehen, sollten Sie diese auf eventuell darin vorhandene Fremdkörper (Bonbons, Haarnadeln, Steine, Feuerzeug, Scherben etc.) kontrollieren.

  • Nasse Schuhe: Sollten die Schuhe Ihres Pflegekunden einmal nass geworden sein, trocknen Sie diese niemals auf der Heizung. Dabei könnten die Schuhe einlaufen und das Oberleder hart werden, was Druckstellen verursachen kann. Zum Trocknen der Schuhe können Sie Zeitungspapier zusammendrücken und es in die Schuhe schieben. Dann verändert sich die Passform nicht.
  • Die richtigen Schuhe: Empfehlenswert sind bequeme, breite Schuhe, die keine Druckstellen verursachen. Hier noch weitere Hinweise

Übersicht: Das sollten Sie beim Kauf neuer Schuhe beachten

  • Im Laufe des Tages schwellen die Füße an; sie sind also gegen Abend etwas größer als morgens. Daher sollten neue Schuhe, wenn möglich, nur nachmittags oder abends anprobiert werden.
  • Gute Schuhläden sind in der Lage, die richtige Schuhgröße auszumessen. Diesen Service sollten Sie unbedingt in Anspruch nehmen, denn gerade Diabetiker oder Menschen mit Demenz spüren aufgrund der Krankheit häufig nicht, wenn der Schuh drückt.
  • Der Schuh sollte ausreichend Platz im gesamten Fußbereich bieten und aus weichem Oberleder ohne harte Kappen bestehen. Innennähte und Ösen können Druckstellen verursachen und scheuern. Die Schuhe sollten außerdem guten Halt um die Ferse herum geben.
  • Neue Schuhe, egal ob von einem Orthopädieschuhmacher angefertigt oder als Konfektionsschuh „von der Stange“, sollten Sie immer vom Arzt Ihres Pflegekunden begutachten lassen.
  • Neue Schuhe müssen eingelaufen werden. Daher sollte Ihr Pflegekunde die neuen Schuhe in den ersten Tagen nicht länger als eine halbe Stunde tragen.
  • Überprüfen Sie, ob die Schuhe wirklich passen, indem Sie die Füße Ihres Pflegekunden nach dem Tragen auf Druckstellen untersuchen. Sollten Sie Druckstellen feststellen, die nach ca. 10 Minuten immer noch gerötet sind, muss der Schuh nachbearbeitet oder umgetauscht werden. In einem fortgeschrittenen Stadium des Diabetes bilden sich häufig Deformationen, vor allem an den Zehen. Solche Füße müssen dann besonders weich gebettet werden. Das geschieht durch spezielle Einlagen, die vom behandelnden Arzt verordnet werden können.
  • Wenn Ihr Pflegekunde an einer Polyneuropathie und/oder Durchblutungsstörung leidet, bedeutet das in den meisten Fällen, dass Spezialschuhe für Diabetiker mit entsprechender Fußbettung benötigt werden. Zudem weist der Schuh keine drückenden Innennähte auf. Der Spezialschuh sollte vom Spezialisten (z. B. von Ihrem Hausarzt oder einem Diabetes-Spezialisten) verschrieben und kontrolliert werden.

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