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MDK Prüfung 2018: Vermeiden Sie diese 7 häufigen Fehler

08.01.2018

Auch in diesem Jahr werden Sie wieder eine unangemeldete MDK Prüfung haben. Leider kommen immer wieder Mängel vor, die mit nur geringem Aufwand hätten verhindert werden können.

Letztendlich ist es auch absolut ärgerlich, wenn Sie deswegen empfindliche Notenabwertungen erfahren, was wirklich nicht nötig ist. Ich rate deswegen stets dazu, regelmäßig – das heißt mindestens einmal im Jahr – die eigene Einrichtung anhand der Qualitätsprüfungs-Richtlinie (QPR) zu bewerten und notwendige Maßnahmen einzuleiten. Die QPR ist die Prüfgrundlage des MDK. Alternativ können Sie auch einzelne Kapitel der QPR zur Überprüfung an verschiedene Mitarbeitergruppen abgeben. Das Thema „Pflege“ an Ihre Pflegedienstleitung, das Thema „Qualitätsmanagement“ an Ihre QMB und das Thema „Soziale Betreuung“ an Ihren Sozialdienst.

So wird Ihre MDK Prüfung ein Kinderspiel

7 Fehler, die schnell behoben wer­ den können

Fehler 1: Mitarbeiter sind nicht in Erster Hilfe geschult

Das wird geprüft: Der Prüfer möchte wissen, ob die Mitarbeiter in Pflege und Betreuung regelmäßig in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen geschult worden sind.

Das müssen Sie tun: Alle Mitarbeiter in Pflege und Betreuung (also auch die Soziale Betreuung oder auch Betreuungsassistenten) in Abständen von nicht mehr als 2 Jahren in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen schulen.

Wichtig: Es muss sich dabei nicht um ganztägige Schulungen handeln. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie auch hausintern, z. B. im Rahmen einer Auffrischungsschulung, Ihre Mitarbeiter in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen schulen. Es gibt keine Vorgabe, wie umfangreich diese Schulung sein soll. Haben Mitarbeiter übrigens eine Schulung zum betrieblichen Ersthelfer absolviert, wird diese anerkannt.

Fehler 2: Das Beschwerdemanagement funktioniert nicht


Das wird geprüft: Der Prüfer möchte nachvollziehen, dass eine Bearbeitung von Beschwerden nachweislich erfolgt.

Das müssen Sie tun: Bieten Sie Angehörigen und Bewohnern Beschwerdeerfassungsbögen bzw. Möglichkeiten an, Beschwerden schriftlich einzureichen. Alternativ können auch eingegangene Beschwerden schriftlich erfasst werden. Der MDK möchte nachvollziehen, dass die Beschwerden bearbeitet wurden. Legen Sie deswegen die bearbeiteten Beschwerden inklusive ihrer Bearbeitung in einem Ordner ab, und legen Sie diese als Nachweis bei einer MDK-Prüfung vor. Die Anzahl der bearbeiteten Beschwerden ist dabei nicht entscheidend.

Fehler 3: Der Speiseplan ist nicht seniorengerecht


Das wird geprüft: Der Prüfer will sehen, dass der Speiseplan in gut lesbarer Form als Wochenplan bekannt gegeben ist.

Das müssen Sie tun: Dafür sorgen, dass der Speiseplan in einer seniorengerechten Schrift erstellt wurde (mindestens Schriftgrad 14, idealerweise mit Schrifttyp Arial), und dass der Plan in den Wohnbereichen so ausgehängt wird, dass ihn auch Rollstuhlfahrer einsehen können. Außerdem muss eine Verteilung bzw. Information an immobile Bewohner sichergestellt sein.

Fehler 4: Der Zeitpunkt des Essens kann von den Bewohnern nicht frei ausgesucht werden


Das wird geprüft: Der Prüfer möchte nachvollziehen können, dass der Zeitpunkt des Essens im Rahmen bestimmter Zeitkorridore frei gewählt werden kann.

Das müssen Sie tun: Sicherstellen, dass Sie einen Nachweis darüber haben, dass Ihre Bewohner in einem angemessenen zeitlichen Rahmen (von mindestens 90 Minuten) selbst bestimmen können, wann sie die Hauptmahlzeiten einnehmen möchten. Dies kann ganz einfach über einen Vermerk auf dem Speiseplan umgesetzt werden.

Fehler 5: Es gibt keine konzeptionellen Aussagen zur Sterbebegleitung

Das wird geprüft: Der Prüfer möchte wissen, ob es konzeptionelle Aussagen zur Sterbebegleitung gibt.

Das müssen Sie tun: Ein Konzept zur Sterbebegleitung vorhalten, das zumindest Aussagen darüber enthält, wie Absprachen des Bewohners mit Ihrer Einrichtung über Wünsche und Vorstellungen zur letzten Lebensphase und zum Verfahren nach dem Tod getroffen werden. Außerdem wird sichergestellt, dass die Möglichkeit besteht, psychologische und seelsorgerische Sterbebegleitung (z. B. über einen Hospizdienst) zu vermitteln.

Fehler 6: Es ist keine aktive Kommunikation mit dem Arzt feststellbar


Das wird geprüft: Der Prüfer möchte nachvollziehen, ob bei Bedarf mit dem Arzt eine aktive Kommunikation erfolgt ist.

Das müssen Sie tun: Dafür sorgen, dass Ihre Pflegedienstleitung und Pflegekräfte sensibilisiert sind (notfalls per Dienstanweisung), dass im Falle von Akuterkrankungen, Unfällen, Notfällen und Veränderungen des Gesundheitszustandes bei chronischen Erkrankungen des Bewohners Kontakt zum behandelnden Arzt aufgenommen worden ist. Es muss in der Pflegedokumentation nachvollziehbar sein, dass der Kontakt zum Arzt aufgenommen wurde und welche konkreten Maßnahmen eingeleitet wurden. Leider gibt es in diesem Bereich sehr häufig Abweichungen. Da dieses Kriterium bei allen Bewohnern in der Stichprobe überprüft wird, verschlechtert jede Abweichung die Benotung im Bereich der pflegerischen Versorgung unmittelbar.

Fehler 7: Ärztliche Anordnungen werden nicht eingehalten


Das wird geprüft: Entspricht die Durchführung der behandlungspflegerischen Maßnahmen den ärztlichen Anordnungen?

Das müssen Sie tun: Hier ist relevant, dass beim Vorliegen von ärztlichen Anordnungen deren Durchführung lückenlos dokumentiert wurde. Es müssen folglich Durchführungsnachweise geführt werden. Wenn schriftliche Anordnungen fehlen, ist es auch möglich, eine mündliche Anordnung des Arztes nach dem VUG-Prinzip (vorgelesen und genehmigt) zu dokumentieren. Ihre Pflegedienstleitung sollte die Erfüllung dieser Anforderung grundsätzlich z. B. im Rahmen von Pflegevisiten überprüfen und in Teambesprechungen etc. immer wieder thematisieren.

Kleine Fehler – große Wirkung bei der MDK Prüfung

Wie Sie gesehen haben, handelt es sich bei den 7 beschriebenen Fehlern nicht um sehr komplexe Sachverhalte. Allerdings geht eine Abweichung stets mit einer Abwertung der Pflegenote einher. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter also unbedingt zur korrekten Vorgehensweise im Zusammenhang mit diesen Fehlern. Wie eingangs erwähnt ist eine regelmäßige interne Auditierung auf Basis der QPR absolut empfehlenswert.

Fazit

Vermeiden Sie unbedingt diese 7 häufigen Fehler bei einer MDK­ Prüfung und umgehen Sie dadurch empfindliche Abwertungen bei der Pflegenote.

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