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Nach diesen Grundsätzen läuft die MDK-Prüfung ab

10.11.2017

Sie wissen, welches Regelwerk den MDK-Prüfungen zugrunde liegt. Vielleicht haben Sie selber schon an einigen MDK-Prüfungen teilgenommen. Für Sie als Pflegefachkraft oder Betreuungskraft ist es sehr hilfreich, den grundsätzlichen Ablauf einer MDK-Prüfung zu kennen. So können Sie, wenn es um fachliche Fragen rund um das Thema „Demenz“ geht, die Prüfung begleiten. Und Sie geben Ihren Kollegen Sicherheit. Darüber hinaus können Sie Ansprechpartner für die Prüfer sein.

Die 5 wichtigsten Grundsätze einer MDK-Prüfung

Grundsatz Nr. 1: Die Prüfung soll per Gesetz 1-mal jährlich unangemeldet erfolgen. Darüber hinaus sind anlassbezogene Prüfungen und Wiederholungsprüfungen bei festgestellten Mängeln möglich. Im ambulanten Bereich hat es sich allerdings „eingebürgert“, dass die Prüfer morgens vor der Prüfung ein Fax schicken. Der Grund ist, dass es in der Vergangenheit häufig vorgekommen ist, dass sie ohne Ankündigung keine Leitungskraft vorgefunden haben, mit der sie hätten kommunizieren können – denn diese waren in der Pflege beschäftigt.

Grundsatz Nr. 2: Es müssen mindestens 10 % der Pflegekunden in die Prüfung einbezogen werden, wobei mindestens 5 und maximal 15 Pflegekunden geprüft werden. Im ambulanten Bereich sind in die Prüfung nur die Pflegekunden einzubeziehen, die Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung, also dem SGB XI beziehen. Pflegekunden, die ausschließlich Leistungen der Behandlungspflege gemäß SGB V beziehen, werden nicht geprüft. Die Stichprobengröße ist in der Vergangenheit sehr kontrovers diskutiert worden. Es sind auch Einrichtungen vor Gericht gezogen, um sich dagegen „zu wehren“.

Stellen Sie sich vor, in einem ambulanten Pflegedienst mit 50 Abrechnungsfällen gemäß SGB XI werden 5 Pflegekunden geprüft. Und auf diese Pflegekunden treffen nur einige benotungsrelevante Kriterien zu. Dann lässt sich keine repräsentative Note berechnen, und darüber hinaus führt dieser Punkt zu viel Kritik an dem Verfahren.

Grundsatz Nr. 3: Ihre Pflegekunden oder deren gesetzliche Betreuer müssen in die Prüfung einwilligen. Die Prüfer holen in der Regel telefonisch eine Zustimmung ein. Auch dies ist umstritten. Denn: In der Regel sind es „Laien“ in Bezug auf Pflege, die morgens angerufen und gefragt werden, ob ihr zu Betreuender in die Prüfung einbezogen werden darf. Sie können nicht beurteilen, was hinter der Prüfung steckt, und eine umfassende Aufklärung ist am Telefon nicht möglich.

Grundsatz Nr. 4: Die Stichprobe muss zufällig und anhand der Pflegestufenverteilung gewählt werden. Das heißt, dass nicht wie früher hauptsächlich Pflegekunden der Stufen II und III ausgesucht werden, sondern die Prüfer müssen per Zufallsprinzip wählen. Die Stichprobe muss entsprechend der Pflegestufenstruktur verteilt sein.

Grundsatz Nr. 5: Der MDK erstellt innerhalb von 3 Wochen nach der Durchführung der Prüfung einen Bericht, in dem er das Ergebnis der Prüfung niederlegt. Er versendet diesen an die Landesverbände der Pflegekassen, den Träger Ihrer Einrichtung und den zuständigen Sozialhilfeträger. Im stationären Bereich ebenso an die Heimaufsichtsbehörden. Sie haben vor der Veröffentlichung der Prüfergebnisse und der Berechnung der Note dann 28 Tage lang Gelegenheit, Stellung zu den Ergebnissen zu beziehen. Und hier lohnt es sich häufig, noch einmal genau hinzuschauen, ob der MDK seine Arbeit richtig gemacht hat.

Praxistipp: Die Transparenzkriterien, die sich auf Demenz beziehen, sind nur dann prüfungsrelevant, wenn eine gerontopsychiatrische Diagnose vorliegt. Wenn Ihr Pflegekunde bereits seit Jahren an ärztlich diagnostizierten Erkrankungen wie Depressionen oder Psychosen leidet, sind das keine Demenzen. Sobald die Prüfer also die zu begutachtenden Pflegekunden ermittelt haben, empfiehlt sich ein Blick in die medizinischen Diagnosen. So können Sie sich ggf. „wehren“, wenn ein Prüfer aus einer 20 Jahre alten Psychose eine Demenz macht.

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