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Nahrungsergänzungsmittel für Senioren sind nicht immer sinnvoll! Worauf Sie achten sollten

01.10.2018

Auch wenn Sie auf eine ausgewogene Ernährung Ihrer Bewohner achten, kann die Versorgung bestimmter Nährstoffe nicht ausreichend sein, da diese nicht mehr im vollen Umfang verwertet werden können. Sinnvoll kann es dann sein, gezielt diese Defizite mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen. Aber Vorsicht: Überdosierungen können häufig zu gesundheitlichen Schädigungen führen!

Beginnen möchte ich mit der – rhetorischen – Frage: Was sind Nahrungsergänzungsmittel? Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente, wie oft angenommen wird. Sie sind nach allgemein gültiger Definition Nahrungsmittel, die dazu dienen sollen, die Ernährung zu ergänzen. Die Stoffe unterliegen deshalb auch nicht dem Medikamenten-, sondern dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetz!

Wie die Bezeichnung eigentlich schon deutlich macht, sind diese Mittel eine Ergänzung der Nahrung und nicht, wie leider oftmals angenommen, ein Ersatz. Sie kommen dann zur Anwendung, wenn die Aufnahme der Nahrung alleine nicht mehr ausreicht, den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Dies betrifft eingeschränkte Menschen jeder Altersstufe, Schwangere und insbesondere Senioren mit ihren multiplen Krankheitsbildern.

Industrie und Werbung nehmen einen großen Einfluss auf die Einnahmehäufigkeit

Kennen Sie die Werbung z.B. im Schaufenster Ihrer Apotheke? Plakate mit super gut und gesund aussehenden jungen und alten dynamischen Menschen, die darauf schwören, nur deshalb so glücklich und vital zu sein, weil sie dieses und jenes Präparat, am besten gleich ganze Paletten bestimmter Zusatzvitamine, einnehmen. Nun, Sie haben es sicherlich schon lange durchschaut.

Viele aber nicht. Laut einer Studie des Helmholtz Zentrums in München (HMGU) aus 2013 schlucken 54 % der Frauen und 34 % der Männer über 64 Jahre ergänzende Nährstoffe, wie z. B. Vitamine, Mineralstoffe oder Omega-3-Fettsären in Form von Tabletten oder Pulver. Bei 20 % der Frauen und 33 % der Männer, die z. B. Magnesium einnehmen, sind hiernach die Mengen zu hoch. Vitamin E wird ebenfalls von durchschnittlich 10 % beider Geschlechter zu viel aufgenommen.

Dagegen wird Vitamin D, das für den Knochenstoffwechsel verantwortlich ist, von recht wenig Senioren eingenommen, obwohl hier oft ein Mangel vorherrscht. Dieser Mangel entsteht z. B., da sich Ihre Bewohner oftmals nicht genug im Freien aufhalten und deren Haut auch nicht mehr so viel Vitamin D bilden kann. Ein Mangel an Vitamin D kann z. B. das Risiko an Osteoporose zu erkranken, erheblich erhöhen. Eine Studie der Universität Oxford kam 2001 zu der Schlussfolgerung, dass Vitaminpräparate sinnlos und reine Geldverschwendung sind.

Das Motto, „im Zweifelsfall lieber mehr“ kann fatale und negative Folgen haben

Sehen Sie in der Übersicht die möglichen Folgen einer falschen Einnahme der Präparate. Da diese Auswirkungen bei fast allen Überdosierungen von Vitaminen und Mineralien eintreten können, habe ich sie ohne Bezug auf bestimmte Stoffe aufgeführt.

Vereinzelt wurde in klinischen Studien auch eine Förderung des Tumorwachstums oder von Osteoporose nachgewiesen. Die Deutsche Seniorenliga empfiehlt zu diesem Thema: „Finger weg von breitgefächerten Nahrungsergänzungsmitteln – diese sind völlig unnötig und sehr teuer, im Einzelfall können bei entsprechender Dosierung und Einnahmezeit gesundheitsschädliche Wirkungen auftreten.

Vielmehr sollte der Arzt einen tatsächlichen und behandlungsbedürftigen Mangel bestätigen und eine gezielte Supplementation mit dem entsprechenden Nährstoff in der richtigen Dosierung empfehlen.“

Übersicht: Negative Folgen bei Überdosierungen

  • Durchfall
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • trockene Haut
  • Vergiftungen (A+D)

Fazit

Eine unkontrollierte Einnahme wahlloser Zusatzpräparte bewirkt nicht das, was die Werbung dem Verbraucher suggerieren will: ein gesundes und längeres Leben. Nahrungsergänzungsmittel können nur eine Ergänzung einer ausgewogenen Ernährung sein. Als Ersatz dafür und/oder in planloser Überdosierung machen Sie den Menschen eher krank, aber nicht gesünder!

Die Mittel können sinnvoll eingesetzt werden, aber nur, nachdem der Arzt ein Blutbild erstellt und Ihnen eine entsprechende Empfehlung, inkl. der Dosierung und Einnahmedauer, gegeben hat. Sinnvoller kann es in vielen Fällen sein, das gesparte Geld lieber in hochwertigere Lebensmittel zu investieren. Das richtige Essen bewirkt dann sicher auch eine größere Lebensfreude für Ihre Bewohner.

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