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Überprüfen Sie, ob Sie Ihren Kunden ein wirksames Schmerzmanagement bieten

19.12.2018

Die Überprüfung, ob der Nationale Expertenstandard „Schmerzmanagement“ umgesetzt wurde, sollten Sie auf 2 Ebenen vornehmen. Zum einen sollten Sie prüfen, ob die Standardkriterien umgesetzt werden. Zum anderen sollten Sie den Kenntnisstand Ihrer Mitarbeiter zu den Standardkriterien testen. Beides ist eng miteinander verwoben. Nur wenn die Mitarbeiter über fachliche Kenntnisse verfügen und in der Lage sind, diese auch umzusetzen, können die Standardkriterien erfolgreich angewendet werden.

Beide Ebenen können Sie mit Hilfe der Pflegedokumentation kontrollieren. Dabei steht die Prozess- und Ergebnisqualität im Mittelpunkt. Sie überprüfen also, ob der Pflegeprozess schlüssig abgebildet ist und die Pflegeziele erreicht werden. Mit Hilfe eines internen Audits können Sie darüber hinaus die Strukturqualität überprüfen. Richten Sie den Blick aber zunächst auf Ihre Prozess- und Ergebniskriterien.

Beachten Sie das unterschiedliche Leistungsniveau Ihrer Mitarbeiter

Bedenken Sie, dass das Leistungsniveau Ihrer Mitarbeiter differiert. Die Umsetzung des Expertenstandards kann zwar annähernd erfolgreich sein, dennoch gibt es einige Mitarbeiter, die erhebliche Schwächen aufweisen. Diese Mitarbeiter müssen Sie unbedingt ermitteln. Denn diese gefährden langfristig die erfolgreiche Umsetzung des Standards.

Ebenso kann jedoch der umgekehrte Fall vorliegen: Die Umsetzung des Standards ist noch nicht geschafft. Dennoch gibt es einige Mitarbeiter, die möglicherweise eine sehr gute Schmerzeinschätzung vornehmen können und auch in der Lage sind, einen effizienten und angemessenen Pflegeplan zu erstellen und umzusetzen. Mit Hilfe der Mitarbeitervisite (im Rahmen der Pflegevisite) finden Sie schnell heraus, wer diese Mitarbeiter sind.

Messen Sie, ob die Umsetzung gelungen ist

Um das Ausmaß der Umsetzung des Expertenstandards zu messen, sollten Sie sich an den wichtigsten Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien orientieren.

1. Die wichtigsten Strukturkriterien

  • Ein effektives Einschätzungsinstrument liegt vor.
  • Eine Verfahrensregelung liegt vor.
  • Geeignetes Schulungs- und Beratungsmaterial liegt vor.

2. Die wichtigsten Prozesskriterien

  • Die Pflegefachkräfte nehmen eine effektive Schmerzeinschätzung vor.
  • Die Pflegefachkräfte sind in der Lage, Patienten zu beraten.
  • Die Pflegefachkräfte können geeignete nicht-medizinische Maßnahmen zur Schmerzlinderung auswählen und anwenden.

3. Die wichtigsten Ergebniskriterien:

  • Aktuelle Einschätzungen des Schmerzes liegen vor.
  • Betroffene Pflegekunden liegen unter 3 / 10 auf der Numerischen Rangskala (NRS).

Wenn Sie diese Kriterien erfüllen, ist der Nationale Expertenstandard „Schmerzmanagement“ erfolgreich umgesetzt. Ihr Ziel sollte immer die Erfüllung aller Kriterien sein.

Evaluieren Sie Ihre Pflegeplanung zur Erfolgskontrolle

Zur Prüfung der Ergebnisqualität empfiehlt es sich, die Evaluation der Pflegeplanungen zu nutzen. Hier können Sie schnell feststellen, ob Pflegeziele im Schmerzmanagement erreicht werden. Natürlich kann es vorkommen, dass Sie Pflegeziele nicht erreichen. Das liegt aber weniger an Ihren Mitarbeitern, sondern an Faktoren, die nicht immer zu beeinflussen sind. Zu nennen sind z. B.

  • aggressive Schmerzverläufe bei Ihren Pflegekunden,
  • beratungsresistente Ärzte,
  • Krankenkassen, die eigentlich notwendige Leistungen verweigern,
  • Pflegekunden, die nicht konstruktiv bei der Pflege und Therapie mitwirken.

Die Begründung, warum ein Pflegeziel nicht erreicht wird, sollte immer im Pflegebericht zu finden sein. Halten Sie also Ihre Mitarbeiter unbedingt dazu an, den Pflegebericht gewissenhaft zu führen. In den Bericht gehören die Wirkung / Nebenwirkungen der Medikamente, die Ergebnisse aus Beratung und Anleitung der Pflegekunden sowie Ergebnisse aus Arztvisiten und Rück- bzw. Absprachen mit dem Arzt.

Neben der Pflegevisite sollten Sie ein internes Audit durchführen

Mit der Pflegevisite als Prüfinstrument erfassen Sie die Ergebnisqualität und partiell die Prozessqualität. Die Strukturqualität müssen Sie ebenfalls im Auge haben: Hier hilft die Pflegevisite nicht sehr viel weiter. Stattdessen sollten Sie ein internes Audit nutzen. Mit dem Audit können Sie alle Kriterien (Struktur, Prozess, Ergebnis) prüfen. Gehen Sie dabei in 4 Schritten vor:

  1. Schritt: Planen Sie den Tag, den Zeitpunkt und die Dauer ein. Wählen Sie einen Wohnbereich oder eine Tour aus, den / die Sie überprüfen. Informieren Sie die betroffenen Mitarbeiter und planen Sie den zeitlichen Mehrbedarf ein. Tragen Sie die Durchführung des Audits zudem in den Dienst- bzw. Tourenplan ein. Das erhöht noch einmal die Wertigkeit des Audits.
  2. Führen Sie das Audit mit Hilfe Ihrer Checkliste durch. Befragen Sie den betreffenden Mitarbeiter, prüfen Sie stichprobenartig die Pflegedokumentationen und sprechen Sie mit den betroffenen Pflegekunden. Tragen Sie dort Ihre Ergebnisse ein. Hier zählen positive wie negative Aspekte dazu. Gerade die positiven Aspekte sind wichtig. Gestalten Sie Ihr Audit nie defizitorientiert – das demotiviert langfristig die Mitarbeiter.
  3. Werten Sie Ihr Audit aus. Beurteilen Sie, ob der Nationale Expertenstandard „Schmerzmanagement“ auf dem auditierten Wohnbereich / der auditierten Tour umgesetzt ist. Geben Sie dem verantwortlichen Mitarbeiter ein positives und ggf. auch negatives Feedback. Neben Lob müssen Sie dem Mitarbeiter auch sagen, was noch verbesserungswürdig ist. Nur so können Sie alle gemeinsam Ihre Qualität steigern.
  4. Dokumentieren Sie die geplanten Verbesserungsmaßnahmen. Legen Sie außerdem Verantwortliche und Fristen zur Umsetzung fest. Nutzen Sie den folgenden Selbsttest als internes Audit: Sie können die einzelnen Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen. Jede Frage, die Sie mit „Nein“ beantworten, muss eine Verbesserungsmaßnahme nach sich ziehen. Diese können Sie weiter unten in dem Musterformular eintragen. Je mehr Fragen Sie mit „Ja“ beantworten können, desto besser haben Sie den Nationalen Expertenstandard „Schmerzmanagement“ umgesetzt.

Selbsttest: Setzen Sie alle Vorgaben des Nationalen Expertenstandards um?

 JANEINNachweisdokument
Liegt eine aktuelle systematische Schmerzerfassung vor?Ausgefüllter Schmerzerfassungsbogen
Liegt eine genaue Indikation für den Einsatz von Bedarfsmedizin vor?Medikamentenblatt
Ist die Schmerzproblematik als Pflegeproblem in der Pflegeplanung exakt beschrieben?Pflegeplanung
Werden pflegerische Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen durchgeführt?Durchführungsnachweis
Werden pflegerische Maßnahmen zur Linderung von Nebenwirkungen durchgeführt?Pflegeplanung, Pflegebericht
Werden Beobachtungen in den Pflegebericht eingetragen?Pflegebericht
Wird der Patient und / oder die Angehörigen über Schmerzeinschätzung und Schmerzbeeinflussung beraten?Pflegeplanung, Pflegebericht
Ist die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt nachvollziehbar?Pflegebericht, Arztkontaktbogen
Werden die Pflegeziele regelmäßig (alle 4 bis 8 Wochen) und aus aktuellem Anlass überprüft?Pflegeplanung

Feststellungen positiv / negativ_______________________________

Verbesserungsmaßnahmen_______________________________________

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