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Warum Cholesterinsenker zur Gefahr werden können

21.07.2017

Bestimmt erhalten auch viele Ihrer Pflegekunden Cholesterinsenker (Lipidsenker) wie etwa Simvastitin. Denken Sie, dass diese Präparate relativ ungefährlich sind? Falsch. Die Nebenwirkungen dieser Präparate können Beschwerden verursachen, die Sie auf den 1. Blick nicht als Nebenwirkung von Cholesterinsenkern erkennen würden. In diesem Fall ist gegebenenfalls eine Medikamentenumstellung notwendig.

Um mit dem Hausarzt hierzu auf Augen­höhe diskutieren zu können, sollten Sie Ihre Grundkenntnisse zum Thema „hohe Cholesterinwerte und deren Therapie“ wieder ins Gedächtnis rufen. Dieser Artikel erklärt in Kürze alles Wissenswerte.

 

Fallbeispiel: Frau Kern hat undefinierbare Schmerzen

Frau Kern klagt über Schmerzen am ganzen Körper. Ein Blick in den Beipackzettel zeigt, dass die Schmerzen vermutlich durch den Lipidsenker Simvastitin verursacht werden. Als dieser einige Zeit abgesetzt wird, klagt Frau Kern auch nicht mehr über Schmerzen.

Informieren Sie sich über den Cholesterinspiegel

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz (Lipid) und an vielen Prozessen innerhalb unseres Organismus beteiligt, z. B. am Aufbau der Zellmembran, an vielen Stoffwechselvorgängen im Gehirn, an der Produktion von Gallensäuren zur Fettverdauung oder der Bildung von Vitamin D und bestimmten Hormonen wie etwa Cortisol.

Verstehen Sie die Blutuntersuchungsergebnisse

Grundsätzlich gilt: Je mehr Risikofaktoren für die Entstehung von Herz­- und Kreislaufkrankheiten vorhanden sind, umso niedriger sollten die Cholesterin­werte sein.

Unterscheiden Sie zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin

Cholesterin ist in Wasser und Blut schlecht löslich, daher verbindet es sich mit einem Trägereiweiß zu den sogenannten Lipoproteinen. Lipoproteine mit hohem Cholesterinanteil (LDL-­Cholesterin) sind schädlich für die Gefäße. Dies liegt daran, dass ihre Dichte geringer ist und sich das Cholesterin leichter an den Gefäßwänden absetzen kann. Das erhöht das Risiko, als Folge von Arteriosklerose eine Herz-­Kreislauf-­Erkrankung zu entwickeln.

Die HDL-­Teilchen hin­gegen sammeln das an den Gefäßwänden abgelagerte Cholesterin wieder ein und transportieren es zurück zur Leber. Dort wird es zu Gallensäuren umgebaut und kann mit dem Gallensaft in den Darm ausgeschieden werden.

Erfahren Sie mehr über die medikamentöse Therapie

Viele Ihrer Pflegekunden nehmen wahrscheinlich mehrere Medikamente ein. Vermutlich erhalten Ihre Pflegekunden eines der folgenden Medikamente:

1. Gruppe der Statine (z. B. Simvastatin, Atorvastatin)

  • blockieren die körpereigene Produktion von Cholesterin
  • stabilisieren Gefäßablagerungen

Beispiele für Nebenwirkungen: Muskel­schmerzen, erhöhte Leberwerte, erhöhtes Diabetesrisiko, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit

2. Ezetrol

  • unterstützend oder wenn Statine nicht vertragen werden
  • hemmt die Verwertung des über die Nahrung zugeführten Cholesterins

Beispiele für Nebenwirkungen: Kopf­schmerzen, Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Gelenkschmerzen

3. Fibrate

  • verringern Ablagerung in den Gefäßen
  • hemmen die Cholesterinproduktion in der Leber

Beispiele für Nebenwirkungen: Einschränkungen der Nierenfunktion, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen/­-krämpfe, Muskelschwäche, allergische Hautreaktionen, Kopfschmerzen

Weiterhin gibt es die sehr teuren PCSK9-Hemmer. Diese können subkutan verabreicht werden.

Fazit: Werden Sie hellhörig

Falls Ihr Pflegekunde an undefinierbaren Schmerzen oder Übelkeit leidet, prüfen Sie, ob er cholesterinsenkende Medikamente einnimmt. Der Arzt muss diese gegebenenfalls nicht ganz absetzen. Möglicherweise reicht es schon, die Dosis zu reduzieren.

 

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