Verlag & Akademie

Erinnern und Co.: So verbinden Sie im Herbst Kreativität und Spiel

02.11.2018

Bei einer Erinnerungspflege mit einigen demenzerkrankten Bewohnern in unserer Einrichtung entstand die Idee, auch im kreativen Bereich altbekannte herbstliche Beschäftigungen auf neue Art umzusetzen. Frau Birnstein etwa liebte es, im Herbst beim Spaziergang schöne Blätter aufzusammeln. Sie legte sie dann immer in ihrem Zimmer zusammen mit Kastanien um eine Vase mit Astern herum. Trotz ihrer Demenz konnte sie jedes Blatt der passenden Baumart zuordnen. Daraus entstand in unserem Team die Idee, ein memoryähnliches Merkspiel hieraus zu basteln.

Was den Herbst so besonders macht

Der Herbst übt auf viele Menschen eine ganz besondere Faszination aus. In diesem Jahr haben sich viele unserer Bewohner besonders darauf gefreut, weil sie sich während der Hitzewelle im Sommer nach Abkühlung gesehnt haben. Zudem stellt keine Jahreszeit so viele Naturmaterialien zur Verfügung, die in haltbare kreative Ideen umgesetzt werden können. Hierzu gehören z. B. Figuren aus Kastanien, Bilder aus gepressten Blättern und Blüten, Gestecke aus Strohblumen und vieles mehr.

Diese Ziele erreichen Sie mit Ihren Angeboten

Kreative Angebote im Herbst machen nicht nur Spaß, Sie erreichen auch wichtige Ziele für Ihre Bewohner damit. Indem Sie kreative Angebote mit Spiel und Erinnerungen verbinden, erreichen Sie z.B. Folgendes:

  • Die Erinnerungspflege bei Ihren Bewohnern wird gefördert.
  • Sie sorgen für jahreszeitliche Orientierung.
  • Die Kreativität wird gefördert.
  • Die Feinmotorik und Mobilität werden trainiert.
  • Das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt.
  • Sie können Isolation entgegenwirken.
  • Alltagsfähigkeiten bleiben erhalten und werden gefördert.
  • Eine Beschäftigung nach individuellen Interessen kann erlebt werden.

Sammeln Sie mit Ihren Bewohnern herbstliche Materialien

Gestalten Sie mit interessierten Bewohnern einen Herbstspaziergang. Nutzen Sie diesen zum Sammeln von Naturmaterialien für Ihre Angebote und zur Dekoration Ihrer Einrichtung. Unternehmen Sie diesen Spaziergang bei regenfreiem Wetter, damit Sie z.B. Herbstblätter, Kastanien und Eicheln in trockenem und möglichst sauberem Zustand sammeln können.

Laden Sie hierzu Bewohner ein, für deren Fähigkeiten und Mobilität der Spaziergang geeignet ist. Jeder, der mag, kann einen Korb oder Beutel tragen, in dem er Materialien auf dem Weg verwahren kann. Wenn Sie auch Rollstuhlfahrer auf den Spaziergang mitnehmen möchten, planen Sie Ihre Unternehmung mit zusätzlichen Betreuungskräften und/oder z.B. Praktikanten.

So setzen Sie das Merkspiel mit Ihren Bewohnern um

Gestalten Sie das Spiel mit nur 4 Teilnehmern gleichzeitig. Legen Sie die neuen Spielkarten erst offen auf dem Tisch aus, sodass alle Teilnehmer die einzelnen Blattmotive betrachten können. Drehen Sie die Karten nun um, um die Motive zu verdecken. Jetzt darf der Reihe nach ein Spieler 2 Karten umdrehen. Sollte er ein gleiches Paar aufgedeckt haben, darf er es vor sich auf einen Stapel legen.

Ansonsten werden die Karten wieder umgedreht. Motivieren Sie die Teilnehmer, sich die Motive auf den gerade aufgedeckten Karten zu merken. Das Spiel ist beendet, wenn alle Paare gefunden wurden. Es gewinnt der Spieler, der die meisten Paare aufgedeckt hat.

Der Schwierigkeitsgrad ist leichter, wenn Sie die Karten für Ihre Teilnehmer symmetrisch in Reihen auslegen. So wird es ihnen leichter fallen, den Überblick zu behalten. Schwieriger ist es, wenn die Karten durcheinander gemischt auf dem Tisch liegen. Die Position der bereits aufgedeckten Karten ist dann nicht einfach zu bestimmen.

Wie Sie eine Erinnerungspflege jahreszeitlich passend gestalten

Nutzen Sie Ihr Angebot dazu, Erinnerungen zu wecken und zu pflegen. Allein der Kontakt mit den Herbstblättern ist dafür sehr gut geeignet, ebenso wie das klassische Merkspiel, welches viele noch als Spiel aus ihrer Kindheit kennen werden. Stellen Sie Ihren Bewohnern während des Angebotes oder während einer Pause z.B. folgende Fragen dazu:

  • „Zu welchem Baum gehören Ihrer Meinung nach diese Blätter?“
  • „Gehen Sie gern im Herbst im Wald spazieren?“
  • „Was kann man bei solch einem Spaziergang am Wegesrand alles finden, z.B. Kastanien?“
  • „Haben Sie früher selbst oder mit Ihren Kindern gern Merkspiele gespielt?“
  • „Welche Motive bzw. Bilder hatte das Merkspiel?“

So gestalten Sie Bilder aus Herbstlaub und Früchten

Sie können aus den übrigen Herbstmaterialien von Ihrem Spaziergang schöne, dekorative Bilder basteln. Hierzu benötigen Sie nur wenig zusätzliches Material: ausgediente Bilderrahmen in verschiedenen Größen, Tonkarton oder buntes Papier, Bastelkleber und eine Schere.

Schneiden Sie das Papier jeweils auf die Größe eines gewünschten Bilderrahmens. Lassen Sie nun der Kreativität der Senioren freien Lauf, Blätter, Eicheln, kleine Kastanien oder Zweige erstmal ohne Kleber auf dem Tonpapier anzuordnen. Nun geben Sie bzw. Ihre Bewohner vorsichtig den Kleber auf und setzen die Herbstmaterialien an die gewünschten Stellen. Lassen Sie den Kleber trocknen.

Sie können auch eine Heißklebepistole verwenden. Setzen Sie die Bilder in die Rahmen. Bei Bildern, die nur aus Blättern bestehen, können Sie das Glas des Rahmens wieder einsetzen. Bei den Bildern, bei denen Teile hervorstehen, lassen Sie das Glas weg. Stellen Sie die Rahmen nun gemeinsam in den privaten Zimmern Ihrer Bewohner oder in einem der Gemeinschaftsräume auf.

Worauf Sie bei Demenzerkrankten achten müssen

Auch für Demenzerkrankte kann eine Teilnahme an diesen Angeboten schön sein und Erinnerungen wecken. Vielleicht können sie nicht aktiv mitmachen, aber die Materialien befühlen und von der Gemeinschaft profitieren. Achten Sie in diesem Fall aber unbedingt darauf, dass viele der kleinen Teile verschluckbar sind. Demenzerkrankte in fortgeschrittenem Stadium haben die Tendenz, Dinge in den Mund zu nehmen, weil sie sie für essbar halten oder „begreifen“ möchten. Binden Sie diese demenzerkrankten Bewohner in die Erinnerungspflege mit ein.

Damit Sie das herbstliche Merkspiel ganz einfach mit Ihren Bewohnern nachmachen können, haben wir für Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung konzipiert:

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