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Blog - Diese Advents-Aktivierungen ziehen ablehnende Bewohner in ihren Bann

01.12.2017
Diese Advents-Aktivierungen ziehen ablehnende Bewohner in ihren Bann

Vom Plätzchenbacken zum Baumschmücken: Auch wenn die Weihnachtszeit mit ihren zahlreichen Möglichkeiten für Gruppenangebote eine Vielzahl an Aktivierung gestattet, können und möchten nicht alle Ihrer Bewohner hieran teilnehmen. Nehmen Sie diese Ablehnung nicht persönlich, sondern nutzen Sie die folgenden 7 Angebote für die Einzelbetreuungen auf dem Zimmer. Hilfreich ist es, wenn Sie anhand Ihrer Bewohnerliste notieren, für wen die Angebote wichtig sind, und eine Art Rundlaufplan für die Adventszeit für sich selbst erstellen. So wird an alle gedacht.

So gestalten Sie Ihre Einzelangebote auf dem Zimmer für ablehnende Bewohner

3 Eigenschaften sind für Ihre Angebote wichtig und Bestandteil des Beitrags:

  • Kurz: In der Regel ist die Aufmerksamkeitsspanne oder auch die Bereitschaft für ein Angebot bei dieser Zielgruppe eher gering. Planen Sie individuell zirka 5–15 Minuten ein.
  • Sinnesanregend: Die folgenden Angebote regen die unterschiedlichen Sinne an. Hierüber sind besonders schwerer demenzerkrankte Bewohner gut zu erreichen. Gerüche, Geschmack sowie
    vertraute Melodien und Texte wecken positive Gefühle.
  • Das Langzeitgedächtnis fördernd: Ebenso werden Erinnerungen aus der Kindheit geweckt. Die Angebote werden jedem Bewohner bekannt sein und können somit bei allen eingesetzt werden. Selbst wenn aktive Beteiligung nicht mehr funktionieren sollte, ist die passive Anregung sinnvoll und positiv.

1. Gedichte und Märchen versetzen in Weihnachtsstimmung

Je nach Aufmerksamkeitsfähigkeit eignen sich die folgenden Gedichte und Märchen zum Einsatz während Ihrer Einzelbetreuungen. Die Gedichte können Sie z. B. ausdrucken und Ihrem Bewohner schenken, sie vorlesen oder ergänzen lassen. Sie finden die vollständigen Texte z. B. unter www.weihnachts-gedichte.net, wenn Sie den Titel in das Suchfeld eingeben.
Altbekannte Märchen für Bewohner mit einer höheren Aufmerksamkeitsspanne:

  • „Die Schneekönigin“ (H. C. Andersen)
  • „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ (H. C. Andersen)
  • „Der Tannenbaum“ (H. C. Andersen)
  • „Der Schneemann“ (H. C. Andersen)
  • „Sterntaler“ (Gebrüder Grimm)
  • „Schneeweißchen und Rosenrot“ (Gebrüder Grimm)

2. Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas gibt religiösen Halt

Für christlich geprägte Senioren ist die biblische Weihnachtsgeschichte wichtiger Bestandteil der Weihnachtszeit. Lesen Sie sie z. B. rituell an den Adventssonntagen vor. Auch dieser Text wird Ihren Bewohner sehr vertraut sein: „Es begab sich aber zur der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zurzeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.“

Falls Sie gerade keine Bibel zur Hand haben, können Sie die vollständige Weihnachtsgeschichte im Downloadbereich für Abonnenten herunterladen: https://www.ppm-online.org/downloads/

3. Diese Lieder wecken Kindheitserinnerungen

Traditionelle Lieder wecken Erinnerungen und selbst schwerstdemenzerkrankte Bewohner mit Sprachstörungen können Texte häufig fehlerfrei mitsingen. Dies sind 9 der bekanntesten Lieder:
1. „Oh Tannenbaum“
2. „Ihr Kinderlein kommet“
3. „Süßer die Glocken nie klingen“
4. „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen“
5. „Oh du Fröhliche“
6. „Kling Glöckchen“
7. „Kommet ihr Hirten“
8. „Stille Nacht heilige Nacht“
9. „Lasst uns froh und munter sein“

4. Ein gemeinschaftlicher Adventskalender bezieht jeden mit ein

Nutzen Sie gekaufte oder selbst bestückte Adventskalender als „Aufhänger“ für einen Besuch auf dem Zimmer. Wer kann zum Öffnen eines Türchens schon Nein sagen?! Jeder Bewohner sollte mindestens 1-mal hinter ein Türchen blicken können. Auch hier kommt es nicht auf den Wert an – es reicht eine Schokoladenkugel oder ein Weihnachtsgedicht –, die Geste zählt.

5. Punsch und Glühwein erinnern an den Weihnachtsmarkt

Ein weiteres schönes adventliches Einzelangebot ist ein Rundgang mit warmem Punsch oder Glühwein durch die Zimmer. Selbst die sehr ablehnenden Bewohner freuen sich bestimmt über diese Aufmerksamkeit. Bestücken Sie einfach einen Küchenwagen mit einem Topf (alkoholfreiem) Punsch, ausreichend Tassen, Servietten und gegebenenfalls einer Dose mit Weihnachtsgebäck. Regen Sie ein Gespräch zum Thema „Weihnachtsmarkt“ an, wenn sich Ihr Bewohner darauf einlässt.

6. Weihnachtsgebäck verbreitet Freude und regt den Geschmack an

Die vielen weihnachtlichen Leckereien sind für manchen sicher das Beste an der Adventszeit. Mit diesem Geschmackstest erfreuen Sie jeden Bewohner – egal ob mit oder ohne Demenzerkrankung. Hier wird sicher kaum jemand ablehnen! Erfragen Sie, nach welchen Zutaten es schmeckt.

Obacht: Klären Sie bei Bedarf gegebenenfalls vorliegende Schluckstörungen ab, gerade bei krümeligem Gebäck.

Hiermit gelingt Ihr weihnachtlicher Geschmackstest:

  • 1 Marzipankugel
  • 1 Stück Nougat
  • 1 Lebkuchen
  • 1 Spekulatius
  • 1 Stückchen Christstollen
  • 1 Vanillekipferl
  • 1 Stück Mandarine oder Orange
  • 1 Dose, 1 kleiner Teller für die Zutaten

7. Diese Gegenstände regen haptisch und optisch an und wecken Erinnerungen

Abschließend können Sie in Ihrem Materialfundus kramen und eine kleine Sammlung zusammenstellen. Hierfür eignen sich die unterschiedlichsten Gegenstände und Dekorationsartikel. Nehmen Sie je nach Fähigkeiten Ihrer Bewohner 3–5 Gegenstände mit, lassen Sie sie anschauen und befühlen. Regen Sie, wenn möglich, ein Gespräch dazu an und erzählen Sie auch von Ihren eigenen Gedanken und Erinnerungen.

Tipp: Besorgen Sie eine ganze Packung Strohsterne und lassen Sie nach dem Angebot jeweils einen als Geschenk oder für die Weihnachtszeit zur Dekoration im Zimmer Ihres Bewohners. Das ist eine schöne Aufmerksamkeit. Weihnachtliche Gegenstände zur Erinnerungspflege und Kurzaktivierung:

  • nostalgischer Papieradventskalender
  • Strohsterne
  • nostalgische Weihnachtspostkarten
  • Glocke
  • Weihnachtspyramide
  • Krippenfiguren (nicht alle gleichzeitig)
  • Nussknacker-Figur

8. Ein Weihnachtsquiz regt geistig an

Für kognitiv anspruchsvollere Bewohner eignet sich das nachfolgende Weihnachtsquiz, um ins Gespräch zu kommen.

Frage: Was heißt Advent?
Antwort: Ankunft

Frage: Welche Geschenke brachten die Weisen aus dem Morgenlande mit?
Antwort: Gold, Weihrauch und Myrre

Frage: Woher kommt der Name Marzipan?
Antwort: aus Venedig: Markus-Brot, Marci pane

Frage: Wie heißen die heiligen 3 Könige und wo liegen sie begraben?
Antwort: Caspar, Melchior und Balthasar; ihre Gebeine liegen im Kölner Dom.

Frage: Wie geht es weiter? „Es begab sich aber zu der Zeit …
Antwort: … dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.“

Frage: Was schreiben die Sternsinger am 6. Januar an die Türen?
Antwort: 20*C+M+B*17

Frage: Was sagt der Engel zu den Hirten auf dem Feld in Betlehem?
Antwort: „Fürchtet Euch nicht.“

Frage: Wer ist die „Tochter Zion“?
Antwort: die Stadt Jerusalem

Frage: Welche Schutzheilige hat am 04.12. Namenstag?
Antwort: die heilige Barbara

 

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