Verlag & Akademie

Weihnachtsgebäck einmal anders: russisch, italienisch, polnisch...

12.12.2018

In 12 Tagen ist Heiligabend! Zeit, Ihren Pflegekunden vorweihnachtliche Backangebote auch auf kultureller Ebene anzubieten. Ihre Pflegekunden lassen sich hierbei schon aktiv in die Vorplanungen einbeziehen. Informieren Sie sich im Vorfeld und anhand biografisch gestützter Gespräche über gelebte Traditionen und Rituale in den Herkunftsländern Ihrer Pflegekunden. Im folgenden Text erhalten Sie zusätzliches Hintergrundwissen über andere Länder und Regionen. Hiermit gelingen Ihnen lebendig gestaltete und informativ gehaltene vorweihnachtliche Aktivierungsangebote.

Wie Sie die vorweihnachtliche Stimmung zur Integration nutzen können

Die Advents- und vorweihnachtliche Zeit bieten Anlass und Gelegenheit, sich mit den unterschiedlichen Herkunftsländern und Regionen Ihrer Pflegekunden zu beschäftigen. Vielleicht gelingt es Ihnen, ein Stück weit heimatliche Gefühle zu vermitteln und integrative Gedanken, auch bei Angehörigen und Mitarbeitern, zu fördern. Lassen Sie Traditionelles und Rituale in Ihre Betreuungszeiten einfließen.

Begeben Sie sich gemeinsam auf eine kulinarische Gebäckreise und genießen Sie miteinander die Erzählungen und Lieblingskekse Ihrer Pflegekunden. Planen Sie vorweihnachtlich anmutende länderspezifische Backaktionen. Ein schöner Abschluss Ihrer länderübergreifenden Backangebotsserie wäre eine bewusst interkulturell gestaltete gemeinsame Kaffeetafel.

Auch hierfür können viele Einzel- und Gruppenangebote mit anderen Schwerpunkten integrativ eingebunden werden. Haben Sie engagierte Angehörige oder ehrenamtlich tätige Personen? Fragen Sie diese, ob sie sich an einem Backvormittag oder an dem abschließend geplanten Kaffeenachmittag beteiligen möchten.

Mit dieser Planung geht Ihnen die Aktivierung leicht von der Hand

  • Schauen Sie in die Bewohnererfassung: Aus welchen Herkunftsländern kommen Ihre Pflegekunden?
  • Nutzen Sie Einzelaktivierungen für themenbezogene, biografisch gestützte Gespräche über die Vorweihnachtszeit und das Lieblingsgebäck. So erhalten Sie ganz einfach Informationen zur Ausgestaltung Ihrer weiteren Aktivierungen.
  • Überlegen Sie gemeinsam, welche Keksrezepte Sie umsetzen möchten.
  • Begeben Sie sich mit Ihren motorisch sicheren Kunden auf Einkaufstour oder nutzen Sie diese Gelegenheit ganz bewusst, damit ein im Rollstuhl sitzender Pflegekunde intensiv während einer Einzelbetreuung einbezogen wird.
  • Planen Sie die verschiedenen „Länderbacktage“ in Ihre Wochenpläne ein.
  • Bereiten Sie ein für jeden sichtbar angebrachtes Einladungsplakat für Ihren abschließenden gemeinsamen interkulturellen Kaffeenachmittag vor.

Mit diesem Wissen zeigen Sie Interesse im Gespräch

Welche Nationalitäten leben unter dem Dach Ihrer Einrichtung? Welche festen Traditionen gibt es in diesen Ländern? Welche Kekssorten werden überwiegend zur Weihnachtszeit gebacken? Wenn Sie ein paar Eckdaten wissen, können Sie Gespräche lenken und Gesagtes besser einordnen. Ein kleines Grundgerüst für Ihre Gespräche finden Sie hier:

Polen: In Polen überwiegt die Vorfreude auf das gemeinsame Festmahl. Lange vor dem Fest wird geplant, eingekauft, vorgekocht, gebraten und gebacken. In Polen zählt der Weihnachtsabend noch zur Fastenzeit, insofern gibt es hier die aus Polen stammende Weihnachtsgans nicht an diesem Tag.

Auf dem festlich gedeckten Weihnachtstisch lässt sich immer ein Gedeck mehr finden, jederzeit soll ein unerwarteter Gast einbezogen und bewirtet werden können. Als traditionelle Gebäcksorten gelten unter anderem Piroggen, Sernik (Käsekuchen) und Mohnkuchen. Eine weitere Besonderheit sind Weihnachtskrippen aus Krakau. Informieren Sie sich dazu kurz im Internet, es lohnt sich, ein wenig Hintergrundwissen zu haben und in die Gespräche einfließen lassen zu können.

Russland: Hier wartet man auf Väterchen Frost (Ded Moroz) und seine Enkelin (Snegurotschka), ein Schneemädchen. Diese beschenken die Kinder jedoch erst an Silvester. Ein Besuch der Weihnachtsmesse ist für alle gläubigen Russen unabdingbar und das Weihnachtsmahl besteht aus insgesamt 12 Gerichten, jedem Apostel ist eines gewidmet. Gebäcksorten, die Sie in Ihrem Backangebot aufgreifen könnten, sind z. B. russische Lebkuchen (siehe Rezept weiter unten) und Piroggen, ein russischer bedeckter Kuchen.

Italien: Der 08.12. ist in Italien das einzige wichtige Datum vor Weihnachten, dieser Tag gilt hier als Feiertag. Am 08.12. wird der Weihnachtsbaum mitsamt Wurzel ins Haus geholt. In der italienischen Tradition kennt man weder Advent noch Nikolaus. Die Bescherung findet erst am 06.01. statt, wie in einigen anderen katholischen Ländern auch. Dabei ist ein weiblicher Weihnachtsmann für die Geschenke zuständig: die Befana, auch als gute Hexe bekannt.

Am Vorabend werden Strümpfe an den Kamin oder vor das Fenster gehängt und etwas zu essen für La Befana bereitgestellt. Italienische Gebäckspezialitäten sind in unterschiedlichsten Ausführungen zu finden. Die Verbreitung und Zubereitung sind den verschiedenen Regionen zuzuordnen. Versuchen Sie doch einmal etwas ganz anderes und backen Sie gemeinsam einen italienischen Hefekuchen, eine Panettone im Blumentopf. Anleitung und Rezept finden Sie ebenfalls in diesem Artikel.

Türkei: Viele hier lebende Muslime haben sich der deutschen Tradition angeschlossen. In ihrer Heimat gibt es kein Weihnachten in unserem Sinn. Dort kommt am 31.12. der Nikolaus (Noel Baba) und bringt Geschenke für die Kinder. In den türkischen Ländern werden traditionell Ramadan und das sich anschließende Zuckerfest gefeiert. Bringen Sie Ihren muslimischen Pflegekunden Interesse und Wertschätzung entgegen und sprechen Sie diese auf ihre traditionellen Feste an.

Italienische Panettone - ein Backangebot in besonderer Optik

Einfach in der Zubereitung und wirkungsvoll in der Optik: Backen Sie gemeinsam eine italienische Panettone im Blumentopf. Das ist übrigens auch ein schönes Geschenk für Ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter oder immer helfenden und motivierten Angehörigen.

Zutaten:

  • 100 g Butter
  • 250 ml  Milch
  • 1 Würfel Hefe
  • 3 EL Zucker
  • 500 g Mehl
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 3 Eier
  • 1 Vanilleschote
  • 125 g Rosinen
  • 100 g Zitronat (Sukkade)
  • 100 g Orangeat
  • 1 neuer Tonblumentopf, 18 cm im Durchmesser
  • 1 Bogen Backpapier zum Auskleiden des Topfes

Zubereitung:

  • Die Butter schmelzen lassen, die Milch zugießen und abkühlen lassen.
  • Hefe zerbröseln und mit 1 EL Zucker und etwas warmer Milch flüssig rühren.
  • Mehl, Salz, Eier, 1 EL Zucker und Vanillemark in eine Schüssel geben, die Milchmischung und Hefe zugeben, alles mit einem Knethaken zu einem glatten Teich kneten.
  • 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, z. B. im Backofen bei 50 °C.
  • Die Ruhezeit lässt sich sehr gut für eine Gesprächsrunde mit integrierter Trinkpause nutzen.
  • Nach der Ruhezeit kneten Sie Rosinen, Orangeat und Zitronat unter und füllen den Teig in den mit Backpapier ausgelegten Tontopf.
  • Dieser ruht zugedeckt noch einmal 15 Minuten. In dieser Zeit könnten Sie gemeinsam überlegen, zu welchem Anlass und wem Sie die Panettone gegebenenfalls übergeben möchten.
  • 1 EL Butter in Flöckchen auf den Teig verteilen.
  • Die Panettone im vorgeheizten Backofen bei 200 °C zirka 45–50 Minuten goldbraun backen. Nach zirka 30 Minuten Backzeit vielleicht mit Pergamentpapier bedecken, damit sie nicht zu dunkel wird.
  • Die Panettone auf ein Kuchengitter in der Form auskühlen – fertig ist ein tolles Geschenk.

Russische Gebäckvariation: einfach und anpassbar

Das unten stehende Rezept ist einfach und schnell durch die Auswahl der Zutaten in der Zubereitung. Es bietet die Möglichkeit, den unterschiedlichen Fähigkeiten und Ressourcen Ihrer Pflegekunden angepasst zu werden. Ganz nebenbei lässt sich das Augenmerk Ihrer teilnehmenden Pflegekunden auf die unterschiedlichsten Arten von Ausstechförmchen lenken. Somit erreichen Sie einen nahtlosen Übergang zu einem biografisch gestützten Gespräch.

Bestimmt hat der ein oder andere Teilnehmer eine Erinnerung an häusliche Backaktionen früherer Zeit und damals verwendete Formen und Gebäckverzierungen. Ebenfalls erhalten Sie hiermit ein leicht abwandelbares Gebäckrezept. Informieren Sie sich vorab, welche Unverträglichkeiten oder Allergien Ihre Pflegekunden haben.

Hier finden Sie zwei Variationsmöglichkeiten für die Teigmischung:

Lebkuchen mit Honig und Walnüssen

Zutaten: 300 g Mehl, 100 g Walnüsse, 100 g Honig, 50 g Zucker, 1 EL Butter, 2 Eier, ½ Tüte Backpulver, ½ Tüte gemahlene Nelken

Zubereitung:

  1. Honig und Zucker in einem Topf erwärmen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Nicht kochen!
  2. Den Topf vom Herd nehmen, Mehl untermischen und die Masse abkühlen lassen.
  3. Eier und Backpulver unterrühren, alles gut durchmischen.
  4. Weiche Butter, Nelke und Walnüsse hineingeben und verrühren.
  5. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech löffelweise Portionen setzen.
  6. Das Blech in den kalten Ofen schieben und bei 200 °C zirka 10 Minuten backen.

Lebkuchen mit Honig und Zitrone

Zutaten: 150 g Mehl, 100 g Honig, 50 g Zucker, 50 g Butter, 1 Messerspitze Backpulver, ¼ TL Zitrone

Zubereitung:

  1. Honig, Zucker und Wasser in einem Topf erwärmen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Nicht kochen!
  2. Den Topf vom Herd nehmen und die Masse abkühlen lassen.
  3. 75 g des Mehls sorgfältig untermischen, bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist.
  4. Weiche Butter, Backpulver, geriebene Schale und Saft der Zitrone untermischen.
  5. Das restliche Mehl hineingeben und alles gut durchmischen. Nicht zu viel Mehl nehmen, denn sonst werden die Lebkuchen zu hart! Von der Konsistenz her sollte der Teig so sein, dass man ihn gerade noch ausrollen kann.
  6. Den Teig ausrollen, mit Förmchen ausstechen.
  7. Lebkuchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit Eigelb oder Kaffeesahne bestreichen, bei 200 °C 10–15 Minuten backen.
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