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Neuer Expertenstandard „Chronische Schmerzen“; Teil 3 / 4

25.05.2015

Übersicht: Ablauf des pflegerischen Schmerzassessment

Ablauf Assessment

 

Quelle: Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (Hrsg.): Exper­tenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen“, 1. Auflage, März 2014, Seite 180

 

Lassen Sie sich nicht verwirren
Wie Sie gesehen haben, sind die Neure­gelungen des Expertenstandards nicht ganz einfach nachzuvollziehen. Denn Sie und Ihre Mitarbeiter müssen im Expertenstandard nicht nur zwischen akutem und chronischem Schmerz unterscheiden, sondern auch beurteilen, ob die Schmerzsituation Ih­rer Patienten stabil oder instabil ist. Es wird auch erwartet, dass Sie in der Lage sind, je nach Situation geeignete Schrit­te einzuleiten.

Tipp: Nutzen Sie die Übersicht unbedingt für die Fortbil­dungen mit Ihren Mitarbeitern.

 

Diese neuen Aspekte des Expertenstan­dards müssen Sie beachten:

  • Es gibt keine allgemeinverbindliche Definition, daher müssen Sie als Pfle­gedienst definieren, wann es sich um einen chronischen Schmerz handelt. Hierzu sollten Sie eine Abgrenzung über die zeitliche Dimension vorneh­men. Am wichtigsten ist aber Ihre pflegefachliche Einschätzung.
  • Bereits im initiialen Assessment soll­ten Sie erfassen, ob Ihr Patient akute oder chronische Schmerzen hat und, ob seine Schmerzsituation stabil oder instabil ist.
  • Wenn Sie festgestellt haben, dass bei einem Patienten eine stabile Schmerz­situation vorliegt, sollten Sie im Ein­zelfall festlegen, wann Sie die nächste Überprüfung durchführen.
  • Liegt eine instabile Schmerzsituation vor, sollten Sie aufgrund der im diffe­renzierten Assessment erhobenen In­formationen zielgerichtet Maßnahmen planen. Falls erforderlich, arbeiten Sie auch mit einem Schmerzexperten. Bei der Erstellung des Behandlungsplans sollten Sie stets die Selbstmanage­mentkompetenzen Ihres Patienten be­achten.
  • Stellen Sie sicher, dass jeder Ihrer Pa­tienten mit chronischen Schmerzen ein Schmerzmanagement erhält, das Erhalt und Herstellung einer stabilen Schmerzsituation ermöglicht.
  • Alle Pflegefachkräfte sollten sowohl medikamentöse als auch nicht-medi­kamentöse Maßnahmen der Schmerz­linderung kennen. Ebenso sollte Ihren Mitarbeitern die damit zusammenhän­genden möglichen Nebenwirkungen, deren Behandlungsmöglichkeiten und Prophylaxen, Kontraindikationen so­wie schmerzauslösende Faktoren und schmerzvermeidende Verhaltenswei­sen bekannt sein.
  • Eine verlässliche und vertrauensvolle Beziehungsgestaltung hat für Ihre Pa­tienten mit chronischen Schmerzen eine hohe Bedeutung. Sie sollten daher sicherstellen, dass gerade Ihre betrof­fenen Patienten eine personell konti­nuierliche Betreuung erfahren.

 

Muster: Erhebungsbogen zur Schmerzeinschätzung

Erhebungsbogen-1

 

Hinweis: Das initiale Assessment müssen Sie bei jeder Pflegevisite sowie bei Situationsänderungen, Zwischenfällen oder einer vorhandenen medikamentösen Schmerztherapie wiederholen. Es sollte auch Bestandteil Ihrer Pflegeanamnese sein. Das hier vorgestellte Formular können Sie auch für die Einschätzung akuter Schmerzen nutzen.

 

 

Nein, Danke

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