Verlag & Akademie

Abrechnungsprüfung: Haben Sie Ihre pflegerischen Betreuungsmaßnahmen schriftlich vereinbart?

08.10.2018

Viele Pflegedienste bieten ihren Kunden mittlerweile eine Vielzahl pflegerischer Betreuungsmaßnahmen an. Aber Hand aufs Herz: Haben Sie immer daran gedacht, dass Sie auch diese Leistungen mit Ihren Kunden schriftlich vereinbaren müssen? Spätestens seit die pflegerischen Betreuungsmaßnahmen nun auch als Pflegesachleistung abgerechnet werden können und vom MDK im Rahmen einer MDK-Prüfung überprüft werden, sollte es selbstverständlich sein, dass in Ihrem Pflegedienst auch diese Leistungen mit Ihrem Kunden schriftlich im Pflegevertrag oder einer Zusatzvereinbarung vereinbart werden.

Vor Vertragsabschluss müssen Sie über anfallende Kosten informieren

Genau wie bei Ihren Leistungen zu den körperbezogenen Pflegemaßnahmen müssen Sie auch die pflegerischen Betreuungsmaßnahmen in einem Vertrag schriftlich mit Ihren Kunden vereinbaren. Beachten Sie, dass Sie auch in diesem Leistungsbereich Ihre Kunden vor Vertragsschluss und bei jeder wesentlichen Veränderung über die voraussichtlichen Kosten nachweislich informieren müssen. Wie sonst auch empfiehlt sich hier das Erstellen eines Kostenvoranschlags.

Nutzen Sie Ihren bestehenden Pflegevertrag

Sie müssen weder für den Vertrag noch für den Kostenvoranschlag neue Vorlagen entwickeln. Nutzen Sie einfach Ihre vorhandenen Pflegeverträge und ergänzen Sie diese, soweit nicht schon vorhanden, um den Bereich „Sonstige Leistungen“. Vereinbaren Sie dort schriftlich mit Ihrem Kunden, welche Leistungen wann und wie oft erbracht werden sollen und welche konkreten Kosten hierfür anfallen. Beachten Sie hierbei unbedingt, dass es sich bei der Abrechnung pflegerischer Betreuungsmaßnahmen in der Regel um eine zeitbezogene Vergütung handelt.

Sie sollten daher, je nach Vorgaben in Ihrem Bundesland, die vereinbarte Zeit konkret mit Minuten hinterlegen. Unterschreiben Sie und lassen Sie die Vereinbarung von Ihrem Kunden ebenfalls unterzeichnen. Wenn Sie so vorgehen, haben Sie alles getan, um Ihrem Kunden transparent darzustellen, welche Leistungen vereinbart wurden und welche Kosten auf ihn zukommen.

So gibt es weder für Sie noch für Ihren Kunden böse Überraschungen und keinen Streit darüber, dass die vereinbarten Leistungen so nicht gewollt waren. Außerdem müssen Sie nicht befürchten, dass bei einer Abrechnungsprüfung Mängel festgestellt werden.

Bei der Abrechnung von Leistungen, die Ihre Pflegekunden nach § 45b SGB XI von der Pflegekasse erstattet bekommen (Entlastungsbetrag), beachten Sie bitte: Die für die Erbringung von solchen Leistungen verlangte Vergütung darf die Preise für vergleichbare Sachleistungen von zugelassenen Pflegeeinrichtungen nicht übersteigen.

Betreuungsangebot als Gruppenangebot

Viele Pflegedienste bieten schon länger stundenweise Gruppenangebote für ihre Kunden im Pflegedienst an. Damit Sie Ihren Kunden ein Betreuungsangebot machen können, ist es wie gehabt nicht erforderlich, gesonderte Verträge mit den Pflegekassen abzuschließen. Allerdings müssen Sie nun die Regelungen zum Höchstpreis beachten, d.h., wenn Sie ein Gruppenangebot machen, muss die Vergütung unter Umständen hierfür gepoolt werden.

Beispiel anhand des Leistungskomplexsystems in NRW

Der Pflegedienst „Konkret“ erhält 51 Cent je Minute (inkl. Refinanzierungsaufschlag für die Altenpflegeumlage) für den Leistungskomplex 31 (pflegerische Betreuung). Diese Vergütung muss bei einem Gruppenangebot gepoolt werden. Zusätzlich darf für jeden Teilnehmer eine erhöhte Hausbesuchspauschale LK 15a in Höhe von 4,53 € abgerechnet werden. Der Pflegedienst bietet 5 Kunden an einem Nachmittag in der Woche für 3 Stunden ein Gruppenangebot an.

3 Stunden = 180 Minuten * 51 Cent = 91,80€

5 Teilnehmer müssen poolen = Jeder Teilnehmer zahlt für die 3 Stunden 91,80 €/ 5 = 18,36 €.

Zzgl. Hausbesuchspauschale kommen auf den einzelnen Teilnehmer für den Nachmittag also 22,89 € zu.

Prüfen Sie die Abrechnungsmöglichkeiten

Für Ihre Kunden dürfte ein solches Angebot sicherlich attraktiv sein. Für Ihr betriebswirtschaftliches Ergebnis wird es eher ruinös sein. Bevor Sie also Gruppenangebote machen, sollten Sie prüfen, welche Abrechnungsmöglichkeiten für Sie gelten und ob es ggf. alternative Möglichkeiten der Abrechnung gibt.

In Nordrhein-Westfalen dürfte es für ambulante Pflegedienste, die Gruppenangebote machen, z. B. attraktiver sein, eine Anerkennung als Angebot zur Unterstützung im Alltag über die „Landesrechtliche Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen“ (Anerkennungs- und Förderungsverordnung – AnFöVO) zu erhalten.

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke