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Serie Notfälle: Erkennen Sie diese Symptome

03.02.2016

Tränende Augen, Hautrötungen, Unruhe, Erbrechen, Durchfall – dies und noch mehr können Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks sein. Dies ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Dabei kommt es aufgrund einer Unverträglichkeit zum Kreislaufversagen. Ohne ärztliche Hilfe kann ein anaphylaktischer Schock tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie wissen, wie Sie in einer solchen Notsituation reagieren.

 

 

So erkennen Sie einen anaphylaktischen Schock

Die allergische Schockreaktion können Sie anhand von Warnzeichen erkennen. Diese sind neben typischen Allergiereaktionen wie laufende Nase und Niesen ein Kribbeln an den Händen, im Mund oder am Kopf. Weitere Symptome sind:

  • Quaddeln, Flecken auf der Haut
  • Schwellungen im Gesicht, vor allem an Augenlidern, Zunge und Lippen Schwindel
  • Schweißausbruch
  • Atemnot
  • Herzjagen
  • Bewusstlosigkeit, Unruhe
  • Übelkeit, Erbrechen frösteln, Kältegefühl

 

So handeln Sie folgerichtig

Der anaphylaktische Schock passiert innerhalb von Minuten, nachdem das Allergen in den Körper gelangt ist. Sie müssen sofort den Notarzt informieren! Die Rettungsleitstelle benötigt folgende Informationen von Ihnen:

  • Wo ist der Notfall (Adresse, Stockwerk)?
  • Was ist geschehen (anaphylaktischer Schock und , falls bekannt, möglicher Auslöser)?
  • Wie viele Betroffene (ist zwar klar, melden Sie es trotzdem)?
  • Welche Krankheitszeichen?
  • etwaige Fragen der Rettungsleitstelle abwarten

 

So unterstützen Sie Ihren Pflegekunden

Beruhigen Sie Ihren Pflegekunden, und lassen Sie ihn nach Möglichkeit nicht allein. Die Information des Notarztes muss sehr schnell erfolgen. Wenn es realisierbar ist, rufen Sie einen Kollegen herbei, der den Notarzt informieren s oll. Legen Sie den Pfllegekunden in eine Schocklage. Beobachten Sie, ob es ihm dadurch etwas besser geht. Wenn es Ihren Pflegekunden friert, decken Sie ihn zu . Reichen Sie ihm ggf. eine Nierenschale und Einmaltücher.

 

Entfernen Sie das Allergen

Wenn Ihr Pflegekunde auf ein Medikament allergisch reagiert, dann stoppen Sie ggf. sofort dessen Zufuhr,z.B .bei einer Infusion. Ist ein Insektenstich (Biene, Wespe) der Grund für den Schock, versuchen Sie, den Stachel vorsichtig zu entfernen. Ziehen und pressen Sie dabei nicht, sonst könnte noch mehr Gift aus dem anhängenden Giftsack in den Kreislauf austreten. Versuchen Sie es eher durch leichtes Kratzen.

Sie erhalten mit der Notfallkarte ein e schnelle Übersicht, was Sie bei einem anaphylaktischen Schock unternehmen müssen.

 

Tipp für Sie: Sorgen Sie vor

Oftmals sind Informationen übermögliche Allergien nicht bekannt oder verstecken sic h irgendwo in der Pflegedokumentation. Besprechen Sie im Team, wie Sie es organisieren können, dass Sie diese wichtigen Hinweise im Blick haben (beispielsweise auf der 1. Seite der Pflegedokumentation). Ist eine Allergie bei einem Ihrer Pflegekunden bekannt, sorgen Sie für ein Notfallset. Antiallergische Medikamente können im Notfall das Leben Ihres Pflegekunden retten.

 

Notfallkarte Nr. 3: Das ist zu tun bei anaphylaktischem Schock 

Handlungsanleitung 

  • Informieren Sie den Notarzt ( an Kollegen delegieren, wenn möglich): Telefonnummer 112
  • Bleiben Sie ruhig.
  • Kümmern Sie sich um Ihren Pflegekunden: 
Führen Sie eine Schocklagerung durch (Beine hochlagern).
 Entfernen Sie das Allergen (z. B. Infusion stoppen, Giftstachel entfernen).
 Falls vorhanden: Verabreichen Sie ein entsprechendes Antiallergikum.
 Reden Sie beruhigend mit der Person.
 Informieren Sie die Person, dass der Arzt gleich eintrifft.
Merken / notieren Sie sich die Zeit, wann Sie die ersten Symptome bemerkt haben.
  • Wenn die Person ohne Bewusstsein ist: Prüfen Sie: Atmet die Person?
 Sie atmet => stabile Seitenlage.
 Sie atmet nicht => Herz-Lungen-Wiederbelebung (bis zum Eintreffen des Notarztes)
Palliativpflege heute
Nein, Danke