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Demenz: Mini-Mental-Status-Test

22.03.2017

Für die Diagnostik einer Demenz sind verschiedene Test- und Erhebungsverfahren notwendig. Mitunter gibt es auch Demenzformen, z. B. die Demenz vom Alzheimer-Typ, die nicht direkt nachweisbar sind. Hier wird ein Ausschlussverfahren genutzt.

 

 

Sicherlich haben Sie in Ihrer Ausbildung verschiedene Tests der Demenz­diagnostik schon kennengelernt. Einer der einfachsten und bekanntesten ist der sogenannte Uhren-­Test. Der Betroffene wird hierbei gebeten, eine analoge Uhr zu zeichnen, die eine bestimmte vorgegebene Uhrzeit an­ zeigen soll. Jede korrekte Darstellung wird dann mit Punktwerten versehen. Mithilfe einer Legende kann dann von den erreichten Punktwerten auf einen bestimmten Grad der kognitiven Ein­schränkungen geschlossen werden, z. B. aufgrund einer Demenz.

Diagnostik ist notwendig

Bestimmt fragen Sie sich auch, wofür eine Person überhaupt getestet wer­ den soll. Bedenken Sie aber, dass es auch Demenzformen gibt, die heilbar sind, dies ist z. B. bei sogenannten sekundären Demenzen der Fall. Hierbei handelt es sich um Krankheitsbilder, die nicht unmittelbar zu einem hirnor­ganischen Abbauprozess führen, z. B. ein Verschluss der Halsschlagader, eine schwere Schilddrüsenunterfunk­tion oder ein Vitamin­-B12­-Mangel.

Zudem gibt es eine Vielzahl von Be­handlungsmöglichkeiten, die auch bei sogenannten primären Demenzen, wie z. B. einer Alzheimer­-Demenz, an­ gewendet werden können. Diese sind zwar nicht heilbar, jedoch kann ein Mix aus nicht­-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen helfen, den Verlauf zu verzögern. Ganz wichtig ist aber auch, dass Angehörige entspre­chend im Umgang mit den Betroffe­nen geschult werden. Hierfür muss aber erst einmal bekannt sein, um wel­che Demenz es sich im gegebenen Fall handelt.

Die Vielzahl der Methoden macht die Diagnose

Heutzutage greift die moderne Dia­gnostik auf eine Vielzahl von Erhe­bungsmöglichkeiten zurück. Neben ei­ner Vielzahl von Tests sind es aber vor allem die Befragung der betroffenen Person und ihrer Angehörigen und verschiedene bildgebende Verfahren, z. B. MRT, die ein Gesamtbild ergeben. Verschiedene Demenzen, z. B. die Multi­Infarkt­-Demenz, können auf diese Weise direkt nachgewiesen wer­den. Bei anderen Demenzen, wie der Demenz vom Alzheimer­-Typ, hilft der Ausschluss von anderen Demenzen, um eine bestimmte Wahrscheinlich­keit für ein Vorliegen benennen zu können.

Diese Fähigkeiten testet der MMST

Der Mini­-Mental­-Status-­Test, kurz MMST, wurde Mitte der 1970er­ Jahre durch den Psychiater Folstein entwi­ckelt. Dieser Test erhebt unterschied­liche Bereiche der Kognition bei Betroffenen. Hier sind es vor allem die Orientierung, die Merkfähigkeit, die Fähigkeit zu rechnen, das Kurzzeitge­dächtnis, das Sprachverständnis und das räumliche Verständnis, die getestet werden.

Sehen Sie auf der folgenden Seite, wie der Test aufgebaut ist und welche Auf­gaben dem Betroffenen gestellt wer­den. Den Gesamttest und die Auswer­tung finden Sie im „Exklusivbereich für Abonnenten“.

Achtung: Nur der Spezialist darf testen

Der MMST hilft dabei, eine „Vermu­tung“ für eine kognitive Einschrän­kung zu bestätigen. Die einmalige Durchführung eines Tests kann jedoch noch keine ergiebige Auskunft darüber geben, ob und welche Demenz bei einer Person vorliegt. Bedenken Sie, dass „Demenz“ ja nur „weg vom Geist“ bedeutet, wofür es viele verschiedene Ursachen geben kann. Daher darf die Diagnose auch nur von einem Arztgestellt werden. Zudem wirkt die Diagno­se „Demenz“ stigmatisierend auf den Betroffenen.

Stellen Sie geeignete Infos zusammen

Um eine gesicherte Diagnose stellen zu können, bedarf es einer ganzen Testreihe und einer ausgiebigen Befragung des Betroffenen durch einen Spezialisten, z. B. einen Neurologen oder in einer Memory­-Klinik. Ihre Aufgabe besteht also darin herauszufinden, wo in Ihrer Nähe ein fähiger Neurologe, eine Memory­-Klinik oder eine sogenannte Gedächtnissprechstunde ist.

Erstellen Sie hieraus ein Informationsblatt mit den entsprechenden Adressen und Kontaktdaten für Ihre Pflegekunden und deren Angehörige. Suchen Sie auch Selbsthilfegruppen für Betroffene mit Demenz und deren Angehörige und überführen Sie diese Informationen ebenfalls in das Info-­Schreiben.

Psychosoziale Interventionen sind überlegen

Je früher Sie mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen psychosoziale Interventionen planen, desto besser können Sie helfen, zukünftige Schwierigkeiten und Konflikte zu vermeiden. In der Praxis zeigen sich hierbei gerade die psychosozialen Ansätze den Medikamenten überlegen, da Letztere mitunter große Nebenwirkungen haben. Hierzu ist es aber wichtig, dass der Betroffene und seine Angehörigen um die jeweilige Demenz wissen und lernen, damit entsprechend umzugehen, z. B. über eine wertschätzende Kommunikation der Angehörigen mit dem Betroffenen.

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