Verlag & Akademie

Hygiene und Arbeitsschutz in Pflegeeinrichtungen

12.08.2019

Piercings, riesige Löcher in Ohren, Privatkleidung, Nagellack in allen Variationen – Vor einigen Jahren lautete die klare Devise: kein Schmuck, kurze, unlackierte Nägel, geschlossene Schuhe, Dienstkleidung. Heute hört man bei Audits häufig: „Wir sind hier nicht im Krankenhaus.“

Stimmt. Oft stellt man aber auch fest, dass Leitungen sich nicht trauen, ihre Mitarbeiter immer wieder an ein korrektes Outfit zu erinnern. Dieser Artikel bringt etwas Licht in das Dunkel der Frage, was denn nun eigentlich erlaubt ist.

Was ist was bei der Bekleidung?

Im Bereich der Bekleidung gibt es 3 Begriffe, die immer wieder verwechselt werden. Daher verschafft die unten stehende Übersicht erst einmal die nötige Klarheit.

Private Arbeitskleidung in der Pflege: So sieht die Rechtslage aus

Jetzt werden Sie zu Recht fragen, wo denn die Privatkleidung einzuordnen ist, die Mitarbeiter im Altenheim oder im ambulanten Dienst oft tragen, weil es sich ja schließlich hier nicht um ein Krankenhaus handelt. Die Antwort ist: Hier bewegen wir uns in einer Grauzone. Theoretisch kann der Arbeitgeber das Tragen der privaten Kleidung erlauben, unter folgenden Bedingungen:

  • Die Kleidung muss bei Kontaminationeinem desinfizierenden oder chemothermischen Waschverfahren unterzogen werden können (60 oder 40 Grad und spezielle Waschmittel).
  • Der Arbeitnehmer zieht diese eigene Kleidung vor Ort bei der Arbeit an und zieht sie wieder aus, wenn er die Einrichtung verlässt. Das heißt, diese Kleidung ist definitiv nur in der Einrichtung zu tragen.
  • Bei Gefahr der Kontamination ist zusätzlich Schutzkleidung zu tragen.

Hinweis:
Maßgebliche Rechtsgrundlage sind die Biostoffverordnung, die konkretisierende Technische Regel TRBA 250 sowie die ebenfalls geltenden Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und der Sektion Hygiene in der ambulanten und stationären Altenpflege der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.

So sollte Arbeitskleidung beschaffen sein

Unabhängig davon, ob die Mitarbeiter sich Arbeitskleidung und/oder Dienstkleidung selbst besorgen oder ihre private Kleidung einsetzen: Einige grundsätzliche Anforderungen sind bei der Auswahl zu berücksichtigen:

Checkliste: Anforderung an Arbeitskleidung / Dienstkleidung

1) Die Kleidung ist weit oder elastisch und ermöglicht damit Bewegungsfreiheit, um rückengerecht umlagern zu können.

2) Die Kleidung ist ausreichend luftdurchlässig, um Feuchtigkeit vom Körper weg zu transportieren.

3) Die Kleidung ist 1 Nummer größer als die normale Konfektionsgröße.

4) Die Kleidung ist bei 60 Grad waschbar.

5) Die Oberteile sind kurzärmelig.

Machen Sie der Diskussion mit einer Dienstanweisung ein Ende

Keine Ahnung, wie es Ihnen geht, aber nicht selten nervt diese ganze Diskussion um Ringe, Schmuck und Kleidung. Bestimmte Dinge sollten einfach selbstverständlich sein. Was ist aber nun zu tun, wenn die Mitarbeiter in Bezug auf Hygiene und Arbeitsschutz machen, was sie wollen?
Manchmal hilft da neben Gesprächen und Schulungen nur noch die Dienstanweisung. Das unten dargestellte Muster können Sie nutzen, um wichtige Aspekte zu regeln.

Fazit: Hygiene und Arbeitsschutz liegen eng beieinander

Was für unsere Mitarbeiter gut ist, ist meistens auch für unsere Pflegekunden gut. Konsequente Hygiene und konsequenter Arbeitsschutz schützen beide Parteien vor Verletzungen und vor Infektionen. Nehmen Sie das Thema also ernst und gehen Sie es in Ihrer Einrichtung an. Denn Hand aufs Herz: Glauben Sie, dass Ihre Mitarbeiter ihre private Arbeitskleidung nur bei Ihnen tragen und desinfizierend waschen?

Dienstkleidung und ein gepflegtes Auftreten tragen außerdem zu einem guten Image in der Öffentlichkeit bei.

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Muster: Dienstanweisung zur persönlichen Hygiene während der Arbeit

  1. Allgemeines
    Grundsätzlich erwarten wir von allen Mitarbeitern, dass sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild achten.
  2. Schmuck und Haare
    • Lange Haare sind zu pflechten oder hochzustecken, keinesfalls offen zu tragen
    • Schmuck im Hand- oder Armbereich ist untersagt. Dazu zählen Ringe (auch der Ehering), Freundschaftsbänder, Armbänder und Uhren.
    • Fingernägel sind kurz geschnitten, sauber und unlackiert zu halten. Lack oder künstliche Fingernägel könnten eine Keimbesiedlung begünstigen.
    • Ohrringe: Kleine Ohrstecker sind erlaubt, lange Ohrringe nicht.
    • Piercings, die aufgrund ihrer Größe zu einer Eigen- oder Fremdgefährdung führen können, sind untersagt. Kleine Piercings, die entzündet sind, sind abzudecken, ebenso entzündete TattoosSchmuck und Haare
  3. Hände
    • Es ist darauf zu achten, dass Hände so wenig wie möglich das Gesicht und den Mund berühren.
    • Die regelmäßige hygienische Händedesinfektion ist von jedem Mitarbeiter einzuhalten, und zwar vor Beginn der Arbeit und nach Dienstschluss sowie vor und nach jeder Pflegemaßnahme, nach dem Tragen von 1-mal-Handschuhen und dem Besuch der Toilette.
    • 1-mal-Handschuhe sind bei sensiblen Tätigkeiten zu tragen, z. B. beim Kontakt mit Blut, Ausscheidungen oder Wunden.
  4. Kleidung
    • Die Dienstkleidung ist grundsätzlich nur in der Einrichtung zu tragen. Für das Umkleiden stellen wir einen Raum und einen Spind pro
      Mitarbeiter zur Verfügung. Der Kleidungswechsel ist Dienstzeit.
    • Verschmutzte Kleidung ist umgehend zu wechseln.
    • Während der Arbeit dürfen keine privaten Kleidungsstücke getragen werden, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden können, z. B. Wolle.
    • Bei kontaminationsgefährdeten Tätigkeiten ist zusätzlich Schutzkleidung zu tragen, z. B. eine Schürze.
    • Bei der Arbeit sind vorn und hinten geschlossene Schuhe zu tragen. Diese Schuhe sind nur in der Einrichtung zu tragen. Die Schuhe sollten aus Rücksicht auf unsere Pflegekunden ein geräuscharmes Gehen ermöglichen.

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(Datum und Unterschrift Einrichtungsleitung)                                              (Datum und Unterschrift Mitarbeiter)

Für alles, was Sie in der Pflege tun, gibt es Paragraphen, Regeln und Vorschriften.

Verstoßen Sie dagegen, kann Sie das Ihren Job kosten. Schlimmstenfalls wird sogar Schadensersatz und Schmerzensgeld fällig. (Da sind die Ersparnisse schnell weg.)
Wir sagen Ihnen, wie Sie sich davor schützen. Und wie Sie künftig immer auf der sicheren Seite sind.

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