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Medizinischer Hintergrund: Was ist eine Demenz?

09.10.2020

Um Menschen mit Demenz angemessen zu pflegen und zu betreuen, müssen Sie etwas über das Krankheitsbild wissen und darüber, welche Demenzformen zu unterscheiden sind. Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und kann sinngemäß „weg vom Geist“ oder „weg vom Verstand“ bedeuten. Aus dieser Übersetzung können Sie erahnen, dass es sich bei Demenz insbesondere um den Verlust von geistiger Leistungsfähigkeit handelt.

Eine Demenz ist keine Krankheit, sondern ein Krankheitsbild mit verschiedenen Symptomen, hinter dem sich eine Reihe von verschiedenen Krankheiten verbirgt. Sie sind ähnlicher Symptomatik und haben einen überwiegend chronisch-irreversiblen (nicht umkehrbaren) Krankheitsverlauf, d.h., dass eine Demenz sich in den überwiegenden Fällen nicht bessert, sondern stetig verschlechtert.

Definition von Demenz:
Demenz [...] ist ein Syndrom als Folge einer meist chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns mit Störung vieler höherer kortikaler Funktionen, einschließlich Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung. Das Bewusstsein ist nicht getrübt. Für die Diagnose Demenz müssen die Symptome nach ICD über mindestens 6 Monate bestanden haben. Die Sinne (Sinnesorgane, Wahrnehmung) funktionieren im für die Person üblichen Rahmen. Gewöhnlich begleiten Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation die kognitiven Beeinträchtigungen; gelegentlich treten diese Syndrome auch eher auf. Sie kommen bei der Alzheimer-Krankheit, Gefäßerkrankungen des Gehirns und anderen Zustandsbildern vor, die primär oder sekundär das Gehirn und die Neuronen betreffen.
(Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Deutsche Gesellschaft für Neurologie)

Wie äußert sich eine Demenz?

Grundsätzlich werden Demenzerkrankungen als eine Hirnleistungsschwäche oder eine Hirnleistungsstörung beschrieben, die sich in der Regel auf die geistig-intellektuellen und gedächtnisbezogenen Fähigkeiten bezieht, das sind z. B.:

  • Sprache (z. B. können sich Menschen mit Demenz oft nicht an die passenden Wörter erinnern)
  • chronische oder schlimmer werdende Denkschwierigkeiten (die mindestens über einen Zeitraum von 6 Monaten aufgetreten sind)
  • Gedächtnisprobleme (z. B. Nichterinnern von ausgeführten Tätigkeiten)
  • Planen (z. B. gezielte Tagesaktivitäten planen und umsetzen)
  • Orientierungsschwierigkeiten (z. B. nicht mehr zu wissen, welches Datum oder welcher Tag ist)

Typisch sind außerdem bestimmte Begleiterscheinungen einer Demenz:

  • Veränderungen in der Stimmungskontrolle und im sozialen Verhalten
  • Schwierigkeiten im Bewältigen des Alltags (räumliche, zeitliche, persönliche Orientierung)

Demenz: Das große Zukunftsthema in der Altenpflege

Im Moment leben in Deutschland ca. 1,3 Mio. Menschen mit der Diagnose Demenz, und aufgrund des Ihnen bekannten demografischen Wandels ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Erkrankten bis zum Jahr 2020 schätzungsweise auf bis zu 2 Mio. steigen wird. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, steigt mit dem fortschreitenden „Älterwerden“ des Einzelnen. Dies bedeutet, dass das „Alter“ derzeit das größte und vorhersehbarste Risiko, an einer Demenz zu erkranken, darstellt.

Für Sie als Pflegekraft bedeutet dies, dass Sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr mit Menschen mit Demenz zu tun haben werden. Denn wenn die Menschen immer älter werden und es mit steigendem Alter wahrscheinlicher ist, an einer Demenz zu erkranken, bedeutet das auch, dass immer mehr Kunden und Bewohner mit Demenz in ambulanten und stationären Einrichtungen sein werden.

Wie viele Menschen mit Demenz gibt es anteilig? 

  • 75–79 Jahre: Krankheitshäufigkeit 7%
  • 80–84 Jahre: Krankheitshäufigkeit 20%
  • 85–89 Jahre: Krankheitshäufigkeit 25%
  • 90–95 Jahre: Krankheitshäufigkeit 40%
  • über 95 Jahre: Krankheitshäufigkeit 45%

Wie sind leichte kognitive Störungen einzuordnen?

Viele Menschen, die Sie pflegen, sind leicht verwirrt und haben merkbare kognitive Einbußen und Schwierigkeiten. Diese sind nicht immer schon eine Demenz, können aber ein Hinweis darauf sein. Menschen mit Demenz haben oftmals bereits vorher eine leichte kognitive Beeinträchtigung, die in der Fachsprache MCI (Mild Cognitive Impairment) genannt wird.

Die Symptome des MCI sind uneinheitlich, und es können weder in Bezug auf den Krankheitsverlauf noch auf die Ursache einheitliche Prognosen gemacht werden. Verschiedene Faktoren oder andere Erkrankungen können ebenso wie Bildung, Beruf und genetische Faktoren auf den Krankheitsverlauf Einfluss nehmen. Bei vielen Betroffenen treten die Symptome des MCI über mehrere Jahre auf und können sich im Verlauf zu einer Demenz weiterentwickeln.

Bedingt durch die vielen unterschiedlichen Definitionen des MCI gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Ergebniszahlen in Bezug auf eine sich entwickelnde Demenz. In der Altersbevölkerung sind schätzungsweise 10–25% der Personen von einer leichten kognitiven Störung betroffen. 10–15% dieser Menschen entwickeln im Laufe eines Jahres eine diagnostizierbare Demenz. Achten Sie hier auf eine ausreichende Diagnostik.

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