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10 Tipps für den Umgang mit Demenzerkrankten

17.07.2020

Sie fragen sich als Angehöriger eines Demenzerkrankten, wie Sie sich verhalten sollen? Leider können wir Ihnen im Umgang mit Demenzkranken keine Patentrezepte anbieten. Doch einige Grundsätze haben sich im Zusammenleben mit Demenzkranken bewährt. Diese sind in der folgenden Übersicht zusammengestellt.

1. Tipp: Gehen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Angehörigen ein

Es gibt keine von außen / anderen festgelegten Regeln etwa für die Körperpflege Ihres Angehörigen. Sie sind nicht an eine bestimmte Zeit gebunden. Sie müssen Ihren Angehörigen auch nicht zwingen, zu duschen oder zu baden, wenn er das wegen seiner Erkrankung nicht erträgt. Handeln Sie möglichst nach den Vorlieben Ihres Angehörigen. Wenn es geht, berücksichtigen Sie bei allen Aktivitäten die bisherigen Gewohnheiten Ihres Angehörigen.

2. Tipp: Fördern Sie Ihren Angehörigen in seiner Selbstständigkeit

Nutzen Sie die Fähigkeiten, die Ihr Angehöriger noch hat. So fördern Sie seine Selbstständigkeit und erhalten ihm seine Würde. Fördern Sie alle Fähigkeiten, auch wenn diese noch so gering sein sollten, so lange wie möglich. Denn das Maß an Selbstständigkeit Ihres Angehörigen hat eine wesentliche Auswirkung auf seine (und Ihre) Lebensqualität.

3. Tipp: Achten Sie auf Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr

Achten Sie auf eine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr. Es kann sein, dass Ihr Angehöriger besser mit vielen kleinen Mahlzeiten, Essen im Gehen und mit den Händen statt mit Besteck zurechtkommt, als mit Messer und Gabel „starr“ am Tisch zu sitzen. Lassen Sie zu, dass Ihr Angehöriger mit den Händen oder im Gehen isst, wenn er zu einem anderen Verhalten nicht mehr fähig ist.

4. Tipp: Pflegen Sie Rituale

Pflegen Sie mit Ihrem Angehörigen gemeinsame Rituale, die seinen Tag strukturieren. Sie können bspw. am Morgen aus der Tageszeitung vorlesen, immer um 15:00 Uhr gemeinsam Kaffee trinken oder jeden Tag um 20:00 Uhr die Nachrichten ansehen. Halten Sie diese Rituale ein. Dann kann Ihr Angehöriger sich daran orientieren. Lassen Sie Ihrem Angehörigen seine eigenen Rituale, selbst wenn diese sehr zeitraubend sind oder unpraktisch wirken.

5. Tipp: Sorgen Sie für Sicherheit

Sicherheit ist nicht nur ein technischer Begriff, der sich etwa auf Herd und Leitern bezieht. Sicherheit ist auch ein Gefühl, das zum Grundbedürfnis aller Menschen gehört. Wenn Sie für feste Abläufe, klare Strukturen und zeitgleiche Tagesabläufe sorgen, gibt das Ihrem Angehörigen ein grundlegendes Gefühl von Sicherheit.

6. Tipp: Nutzen Sie alternative Kommunikationsmöglichkeiten, wenn Ihr Angehörige Sie nicht mehr versteht

Arbeiten Sie mit Blicken, Gesten und auch Berührungen. Singen Sie gemeinsam, oder gehen Sie spazieren. Das sind hilfreiche Kontaktmittel, wenn eine sprachliche Verständigung immer problematischer wird. Die meisten Demenzkranken reagieren z. B. auf Streicheln der Hände und ein Lächeln.

7. Tipp: Ihre Stimmung überträgt sich auf Ihren Angehörigen

Strahlen Sie gegenüber Ihrem Angehörigen möglichst Ruhe und Geduld aus. Vermeiden Sie es, ein Gefühl von Hektik oder Stress zu vermitteln.

8. Tipp: Verlassen Sie bei Konflikten die Situation

Sollte es zu Konfl iktsituationen kommen, und es gelingt Ihnen nicht, Ihren Angehörigen abzulenken, verlassen Sie die Situation. Gehen Sie auch, wenn Sie merken, dass Sie wütend sind. Vermeiden Sie sinnlose Wortgefechte. Versuchen Sie nicht, an eine zumeist nur noch bruchstückhaft vorhandene Vernunft zu appellieren. Verzichten Sie darauf, Ihren Angehörigen ändern oder mit Argumenten überzeugen zu wollen. Er folgt einer anderen Logik als Sie. Üben Sie daher niemals Druck auf ihn aus!

9. Tipp: Nutzen Sie Ihre Kreativität

Geduld und Kreativität sind wahrscheinlich die größten Herausforderungen an Sie als Pflegeperson. Versuchen Sie immer, geduldig und kreativ in Ihrem Verhalten zu sein. Vorgehensweisen, die gestern noch erfolgreich waren, funktionieren heute vielleicht schon nicht mehr – seien Sie also nachsichtig, auch mit sich selbst, und fl exibel.

10. Tipp: Sehen Sie das Verhalten Ihres Angehörigen als Symptom seiner Krankheit

Nehmen Sie ablehnendes Verhalten oder auch Wutausbrüche nicht persönlich. Oft drücken Erkrankte so ihre Unsicherheit aus. Zumeist ist solches Verhalten nur kurzfristig. Versuchen Sie auf jeden Fall, auf Ängstlichkeit und Hinterherlaufen und auch auf Aggressivität gelassen zu reagieren.

Weitere Informationen zum Thema „Demenz” finden Sie außerdem auch in Demenz: Pflege und Betreuung ambulant.

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