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Wenn ein Mensch mit Demenz verschwindet

04.09.2020

Unruhe und Bewegungsdrang sind ein immer wiederkehrendes Thema, wenn pflegende Angehörige einen Menschen mit Demenz zuhause versorgen. Manche Betroffene laufen häufig stundenlang in der Wohnung umher, ziehen sich die Jacke an, um „nach Hause zu gehen“, und verschwinden in einem unbeobachteten Moment aus der Wohnung.

Für das Umherwandern Demenzerkrankter kann es viele Ursachen geben

Die Menschen mit Demenz fühlen sich unterfordert oder gelangweilt, sie möchten innere Spannungen abbauen. Andere wollen einer ganz bestimmten Aufgabe nachgehen, z. B. zur Arbeit gehen. Oder sie sind verunsichert, weil das Zuhause nicht mehr erkannt wird, und begeben sich nun auf die Suche nach einem anderen Zuhause, z. B. der elterlichen Wohnung. Sind Demenzerkrankte erst einmal unterwegs, vergessen sie meist sehr schnell wieder, wohin sie wollten. Orientierungs- und Gedächtnisstörungen führen dann da- zu, dass sie sich verlaufen und den Weg zurück nicht mehr finden. Für die Angehörigen bedeutet das eine ständige Sorge und Belastung.

Solche Pannen können passieren

Jede Pflege- und Betreuungskraft und jeder Angehörige, der einen Menschen mit Demenz versorgt, muss damit rechnen, dass ein Betroffener unbemerkt „ausbüxt“. Mit solchen und an- deren Pannen müssen Sie und auch betreuende Angehörige umgehen können, denn auch die besten Vorsichtsmaßnahmen bieten keine 100%ige Sicherheit.

Sie können sich für den Notfall vorbereiten

Doch Sie können Vorkehrungen für den Fall treffen, dass ein Mensch mit Demenz tatsächlich einmal verschwindet. Denn wenn Ihr Pflegekunde mit Weglauftendenz zeitlich und/oder örtlich desorientiert ist, ist er nicht mehr in der Lage, die Risiken des täglichen Lebens einzuschätzen. Dies stellt einen Notfall dar und erfordert schnelles Handeln.
Sie und auch die pflegenden Angehörigen können aber nur dann adäquat reagieren, wenn alle genau wissen, was sie genau zu tun haben. Daher sollten Sie das Thema „Verschwinden“ auch mit den pflegenden Angehörigen besprechen und ihnen z. B. einen „Notfallplan“ wie das Muster auf Seite 7 übergeben.

Notfallplan, wenn ein orientierungsloser Mensch mit Demenz verschwindet

Wenn Ihr an Demenz erkrankter Angehöriger die Wohnung unbeaufsichtigt verlässt, setzt er sich damit möglicherweise einer erheblichen Gefahr aus. Vielleicht findet er nicht nach Hause zurück oder gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere, weil er durch seine Demenz nicht mehr in der Lage ist, ordnungsgemäß und umsichtig am Straßenverkehr teilzunehmen. Daher geben wir Ihnen hier einige Hinweise, was Sie tun können, wenn Sie Ihren Angehörigen vermissen.

Das sollten Sie Schritt für Schritt tun

  • Suchen Sie systematisch und zügig das gesamte Haus, die Kellerräume, den hauseigenen Garten, angrenzende Gärten sowie die unmittelbare Nachbarschaft ab.
  • Finden Sie den Vermissten nicht, rufen Sie schnellstmöglich die Notrufnummer 110 an und informieren Sie die Polizei über das Verschwinden. Machen Sie der Polizei deutlich, dass die vermisste Person orientierungslos ist, denn dann wird sie schnell tätig, weil hier eine Gefährdung vorliegt. Geben Sie der Polizei Ihre Anschrift oder den Ort des Geschehens durch.
  • Wenn die Polizei vor Ort ist, halten Sie ein aktuelles Foto bereit, und geben Sie eine genaue Personenbeschreibung inklusive der Kleidung, die der Vermisste gerade trägt.
  • Informieren Sie die Polizei darüber, welche Maßnahmen Sie schon vorab getroffen haben, damit der Vermisste gefunden und identifiziert werden kann (Handy, Ortungssystem, Halskette mit Anschrift usw.) .
  • Geben Sie Kontaktpersonen oder Anschriften an, wo der Betroffene unter Umständen hingelaufen sein kann (alte Arbeitsstelle, früheres Elternhaus, Lieblingsorte usw.).
  • Nennen Sie der Polizei eine feste Kontaktperson, die über den Stand der Suche auf dem Laufenden gehalten werden soll.
  • Gefährden Sie nicht sich selbst und andere, indem Sie auf eigene Faust aufgeregt suchend mit dem Auto durch die Gegend fahren.
  • Eine Person sollte stets bei Ihnen zuhause sein, für den Fall, dass die verschwundene Person allein zurückkommt. Ist dies der Fall, geben Sie der Polizei unter 110 Bescheid, damit diese die Suchaktion einstellen kann.
  • Wenn Sie die Situation zu sehr belastet, bitten Sie die Polizei um psychologischen Beistand.

Diesen Bogen sollten Sie immer ausgefüllt zur Hand haben:

Damit die Polizei schnell handeln kann, sollten Sie ihr eine genaue Personenbeschreibung geben können. Dazu gehören:

  • Vor- und Zuname
  • Alter, Geburtsdatum
  • Größe, Statur
  • Haarfarbe, Augenfarbe
  • besondere Merkmale (z. B. Narben, Gehauffälligkeit usw.)
  • aktuelle Kleidung
  • Angabe von Lieblingsorten, an denen sich die Person aufhalten könnte (ehemalige Arbeitsstelle, Elternhaus, Park, Hafen, Bahnhof usw.)
  • Fotos: Portrait-Foto und Ganzkörper-Foto (Legen Sie diesem Notfallplan schon jetzt ein aktuelles Foto bei. Dann müssen Sie nicht lange suchen, falls Ihr Angehöriger einmal vermisst wird.)

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