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Diese Dinge sollten Sie unbedingt wissen, wenn Sie sich für den Pflegeberuf entscheiden

06.03.2020
Pflege ist ein harter Beruf. Umso wichtiger, dass Nachwuchskräfte gleich in die richtigen Bahnen geleitet werden, die ihnen den Job erleichtern. (fotolia.com © Kzenon )

 
Als PDL möchten Sie natürlich, dass sich möglichst viel Nachwuchs für die sich bietenden Berufsfelder interessiert; bei der derzeitigen Personalnot, unter der viele Häuser zu klagen haben, ist jedes zusätzliche Paar Hände nicht nur gern gesehen, sondern lebensnotwendig.

Allerdings: Alle Pflegeberufe bringen sowohl psychische wie physische Härten besonderer Ausprägung mit sich. Ihnen, als erfahrene PDL, obliegt es dabei, trotz aller Wünsche nach mehr Helfern so offen und ehrlich wie möglich zu informieren – niemandem ist daran gelegen, einen jungen Menschen blauäugig in dieses fordernde Berufsfeld gehen zu lassen, nur um nach kurzer Zeit einem desillusionierten Menschen einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen zu lassen.

Aber Ihnen obliegt es ebenfalls, dem PFK-Nachwuchs etwas Starthilfe jenseits des rein Beruflichen zu geben, um dafür zu sorgen, dass er besser besteht. Das geht, indem Sie den Neulingen empfehlen, sich schnellstmöglich mit folgenden Dingen zu befassen.

Unser Tipp: In unserer aktuellen Folge des PPM Pflege-Podcasts verraten wir Ihnen 7 Dinge, die Ihnen zu Beginn niemand über den Pflegeberuf erzählt. Aber Achtung: Nehmen Sie unsere 7 Tipps mit einem gewissen Quäntchen Humor.

1. Pronto ins Fitnessstudio

Wenn Sie sich in einen Pausenraum mit Kollegen setzen, wird das Gespräch über kurz oder lang auf ein Thema zurückkommen: Die eigenen Zipperlein und Leiden, welche durch den körperlichen Part des Berufs unweigerlich dazugehören. Fakt ist, die Pflege gehört zu den Berufen, welche mit Abstand am körperlich anstrengendsten sind – sie befinden sich auf einer Ebene mit Gerüstbauern und Maurern.

Und selbst die typischen Krankheitsbilder sind gleich: Knie, Rücken, Schultern, Nacken – nebst den Hautreizungen, die nicht wenige PFK durch den ständigen Umgang mit (desinfizierenden) Chemikalien entwickeln – Sie kennen es ja selbst.

Die Antwort kann also nur lauten, sich schon in der Vorbereitung zur Aufnahme einer pflegerischen Ausbildung in ein gutes Fitnessstudio mit einer kompetenten Beratung (also keine billigen „Flatrate-Studios“) zu begeben, sich dort einen Trainingsplan erstellen zu lassen und dann konsequentes Muskelaufbau- und Krafttraining zu betreiben. Ziel muss es sein, folgende Partien zu kräftigen:

  • Den gesamten Bereich der Rückenmuskulatur
  • Die Schultern
  • Bi- und Triceps
  • Die Bauchmuskulatur
  • Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur

Einmal mehr ein Argument für ein seriöses Studio mit zertifizierten Trainern, die wissen, was zu tun ist, wenn man sagt „ich arbeite in der Pflege“. Aber: Auf die sonst typischen Studio-Sportarten, insbesondere Ausdauer, sollte man keinen Wert legen.

So lapidar es klingt, der Körper muss nur dahingehend gestählt werden, lange in unvorteilhaften Posen zu stehen und schwere Menschenlasten zu heben. Stunden auf dem Laufband sind da zwar „nice to have“ aber fast schon Zeitverschwendung.

2. Die richtigen Versicherungen abschließen

Als PFK und erst recht PDL hat man eine enorme Verantwortung – und dem gegenüber eine Menge Dinge, die schief gehen können. Dinge, die wenn sie eintreffen, einen teuer zu stehen kommen können. Und zudem unterliegt man auch noch einem hohen Risiko, trotz aller Vorbereitung physisch (und teilweise auch psychisch) zu verschleißen. Natürlich gibt es viele Versicherung gegen alle möglichen Gefahren, für Neu-PFK empfiehlt sich jedoch ein grundlegender Policen-Dreiklang der folgenden Versicherungen:

  • Eine Krankenversicherung. Nachdem es keine eigene Krankenkasse mehr für Pflegeberufe gibt, hat man die freie Wahl. Dementsprechend sollte man auf diejenigen setzen, welche die besten Zusatzpakete anbieten (dazu gehören oftmals Kostenübernahme von Präventivmaßnahmen, was das Fitnessstudiotraining vergünstigen könnte)
  • Eine private Haftpflichtversicherung, in der der Verlust von Schlüsseln der Arbeitsstelle (gerade in abgesicherten Anlagen) sowie weitere Ansprüche des Arbeitnehmers inkludiert sind – ersteres kann ansonsten ganz erhebliche Kosten nach sich ziehen.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung – und am besten noch eine weitere bei einem anderen Anbieter. Denn abermals gilt, dass das körperliche Risiko sehr groß ist, vor dem Erreichen des Rentenalters berufsunfähig zu werden. Diese Versicherung hilft, seinen Lebensstandard halbwegs zu bewahren. In jedem Fall sollte sie so jung wie möglich abgeschlossen werden, weil sie dann günstiger ist – allerdings wird sie für PFK nie so günstig sein, wie für andere Berufe, dazu ist das Risiko zu hoch.

Auch diese Versicherungen sollten schon abgeschlossen sein, bevor man den ersten Tag seiner Ausbildung beginnt. Denn: Sie wirken sich auch positiv aus, falls man aufgrund des zu geringen Ausbildungsgehalts aufstockende Leistungen beziehen muss.

3. Auto und Führerschein besorgen

So hart es klingen mag, aber als PFK hat man in den seltensten Fällen den Luxus, Umwelt und Portemonnaie schonen zu können, indem man sich per Fahrrad, Carsharing oder ÖPNV tagtäglich zur Arbeit begibt.

Teilweise liegt das daran, dass wegen der dünnen Personaldecke (die meist eher eine hauchdünne Membran ist), freies Personal oft genug gezwungen ist, „von jetzt auf gleich“ auf der Arbeit zu erscheinen.

Und natürlich teilweise auch an dem notwendigen Dreischichtsystem, welches selbst ein innerstädtischer ÖPNV oftmals nicht befriedigend bedienen kann – vor allem in den späten Nacht- und frühen Morgenstunden.

Ein eigenes Auto ist in diesem Umfeld das einzige Fortbewegungsmittel, das einen

  • jederzeit
  • spontan
  • direkt
  • wettergeschützt
  • schnell
  • komfortabel
  • ermüdungsfrei
  • sicher

zur Arbeit und wieder nachhause bringt. Alle anderen Optionen, auch Fahrräder, haben an dem einen oder anderen Punkt Nachteile.

4. Einen Nicht-PFK-Freundeskreis pflegen

Gleich und Gleich gesellt sich gern. Das gilt besonders in den Pflegeberufen und erwächst abermals aus der Tatsache des Schichtdienstes heraus. Sie als PDL können das an sich selbst feststellen: wie viele regelmäßig gepflegte Freundschaften von Ihnen arbeiten in einem völlig anderen Beruf? Es dürften relativ wenige sein.

Bei vielen PFK, besonders denen, in denen auch der Partner noch in dem Gebiet arbeitet, führt das zu einer Art gigantischer Lebensblase: Nicht nur im Beruf, sondern auch der Partnerschaft und dem Freundeskreis dreht sich alles immer nur um die Lebensrealitäten der Pflege.

Jede Grillfeier, jeder Fernsehabend, jeder Baggerseebesuch wird nach kurzer Zeit in seinen Gesprächen wieder um die Pflege drehen. Und das ist pures Gift für die Work-Life-Balance, die davon lebt, nach Feierabend den Beruf maximal auszuklammern.

Nun ist Pflege ein echter Herzensberuf, den die wenigsten abstreifen können wie einen Kasack. Erst recht in der Palliativ- und Altenpflege.

Doch gerade deshalb ist es umso wichtiger, regelmäßige (d.h. mindestens einmal wöchentliche) Kontakte zu Menschen zu pflegen, die keinerlei Kontaktpunkte zum Beruf haben – und mit ihnen dann wirklich über „alles, außer die Arbeit“ zu reden.



5. Ein wirklich ausgleichendes Hobby suchen

Das ideale PFK-Hobby kann alleine und ohne Termindruck ausgeübt werden. Tatsächlich ist unter diesen Kriterien Malen nicht die schlechteste Wahl. (fotolia.com © chika_milan)

40 Wochenstunden im Dreischichtsystem. Rufbereitschaften, enorme Mengen an Überstunden. Addiert man dann noch die psychischen Belastungen dazu, den ganz normalen Alltag zwischen Partner, Familie und Freunden und der Tatsache, dass man regelmäßig das Fitnessstudio aufsuchen sollte, schmilzt die tägliche Freizeit einer PFK dahin wie ein Eiswürfel unter der Julisonne.

Deshalb ist es immens wichtig, sich ein Hobby zu suchen, welches einem zumindest einen teilweisen Ausgleich erlaubt, zumindest keine weiteren Energien kostet.

Es gibt nicht viele Regeln, wie dieses Hobby auszusehen hat, bloß Anhaltspunkte, die beachtet werden sollten:

  • Es sollte allein auszuüben sein, damit man auf niemanden Rücksicht nehmen muss
  • Es sollte nicht an Öffnungszeiten, Veranstaltungszeiten u.Ä. gebunden sein, weil das der Pflegeberuf einfach nicht gestattet
  • Es sollte absolut spontan sein und vor der Haustür bzw. gleich zuhause möglich
  • Es sollte körperlich und seelisch nicht anstrengend sein
  • Es sollte, im Idealfall, nicht viel Geld kosten.

Das kann ein (Schreber-)Garten sein, dem man sich mit Lust und Muße widmet. Es können aber auch zutiefst musische Fächer sein, wie Fotografie oder Malerei. Es kann Bogenschießen sein, was als mental sehr entspannendes Hobby gilt.

Und ja, es gehören auch durchaus handwerklich „handfeste“ Hobbies dazu – es gibt einige PFK, die in der Freizeit Oldtimer restaurieren, sich als Bildhauer betätigen. Und vielleicht ist es ja auch das Hobby aller Hobbies, sich mit Rute, Rolle und Köder an ein Gewässer zu setzen, und einfach beim Angeln den Stress des Berufs zu vergessen.

Fazit

Es hilft nichts, PFK-Anfängern die harten Realitäten des Berufs vorzuenthalten. Ihnen als PDL muss daran gelegen sein, diesen jungen Menschen das richtige Rüstzeug zu vermitteln, um damit umzugehen. Nur das ist fair, ist berufsbezogen und wird dabei helfen, in ihrem Haus langfristig die Zahlen der Kolleginnen und Kollegen steigen zu lassen.

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